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Geldanlage-Report-Kolumne: Postbank - Böses Erwachen für Spekulanten!
Fast ein Jahr lang war spekuliert worden, ob und wenn ja von wem die Postbank nun übernommen wird. Unfreiwillig angestoßen wurde die Diskussion bereits im November 2007 durch unfreiwillig zweideutige Äußerungen des damaligen Post-Chefs Klaus Zumwinkel. Die Aktie war daraufhin bis auf 67 Euro gesprungen, die Übernahme eigentlich schon eingepreist. Wer damals von einer Übernahme überzeugt war und auf weitere Kurssteigerungen spekulierte, erlebte sein blaues Wunder.
Deutsche Bank schlägt zu
Vergangenen Freitag dann endlich die Entscheidung: Die Deutsche Bank übernimmt zunächst einen Minderheitsanteil von 29,8 Prozent zum Preis von 55 Euro, ein Übernahmeangebot an die freien Aktionäre wird somit umgangen. Nicht genug damit, dass der Übernahme-Preis in Folge der Finanzkrise bereits deutlich unter den im November erreichten 67 Euro lag, kam es im Anschluss nicht etwa zu einem Kursfeuerwerk der Aktie, sondern zu weiteren Verlusten - obwohl der Kurs am 12.09. bei circa 47 Euro, also deutlich unter dem Übernahmepreis lag.
Der Grund lag in den Bedingungen der Transaktion: "Die Blauen", wie die Deutsche Bank in Frankfurt genannt wird, erwarben gleichzeitig die Option weitere 18 Prozent der Postbank zu einem unbestimmten Zeitpunkt in der Zukunft für ebenfalls 55 Euro hinzuzukaufen. Ein cleverer Schachzug: Zum einen wird so ein mögliches Gegenangebot durch die ebenfalls interessierten Spanier Santander quasi ausgeschlossen, weil die Deutsche Bank jederzeit mit der Option und geringen weiteren Zukäufen eine Mehrheit an der Postbank zu 55 Euro erwerben kann.
Gleichzeitig bleiben die Mannen um Vorstand Josef Ackermann aber flexibel, weil sie - wenn es mit der Finanzkrise hart auf hart kommt - auch den gesamten Anteil an der Postbank wieder am freien Markt verkaufen können. Damit entwich auf einen Schlag jegliche Kursfantasie aus der Postbank-Aktie. Am Donnerstag fiel die Aktie im Tief auf 34 Euro!
Mein Fazit:
Übernahmespekulanten, die seit November dabei geblieben sind, weil sie fest von einer Übernahme ausgegangen sind, haben in der Spitze fast 50 Prozent ihres Kapitals eingebüßt.
Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Reports. Gratis anmelden unter: www.geldanlage-report.de.
Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.
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Aktien in diesem Artikel
| Deutsche Postbank | 14,5 | -9,7% |
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