ProSiebenSat.1 Media vz. Aktie [WKN: 777117 / ISIN: DE0007771172]

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16.05.2008 09:10
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Geldanlage-Report-Kolumne: ProSiebenSat.1 - Wie es nach dem Absturz weitergeht!?

Es sieht nicht gut aus für den größten deutschen Fernsehsender ProSiebenSat.1. Große Probleme gibt es bei der Platzierung von Werbezeiten. Brancheninsidern dürfte dieses Wehklagen bekannt vorkommen. Bereits zu Jahresbeginn klagte die RTL-Group über ähnliche Probleme.

Jetzt äußerten sich die Niederländer zwar positiver zur weiteren Entwicklung im zweiten Halbjahr, die Aktien der beiden Unternehmen profitierten jedoch nur kurz. Bereits am Freitag crashte ProSieben auf ein neues Jahrestief.

Vor allem die sinkenden Zuschauerquoten bei Sat.1 bringen den Vorstandschef Guillaume de Posch unter Druck. Ein neuer Managing Director, der sich nur um die deutschen Programme der Senderkette kümmert, soll nun neuen Schwung bringen. Diese Funktion übernimmt Andreas Bartl, der bisher ausschließlich für ProSieben verantwortlich war.

Neben Sat.1 und ProSieben gehören noch Kabel Eins und N24 zum Konzern. genauso wie die europäische Sendergruppe SBS. Ob letzteres ein guter Deal war, ist stark zu bezweifeln, wurde das Unternehmen doch von den eigenen Großaktionären Permira und KKR erworben. Bei beiden handelt es sich um Private Equity-Gesellschaften, die vor allem die kurzfristige Gewinnmaximierung im Sinn haben.

Zwar wird immer wieder spekuliert, dass die Münchener einen passablen Übernahmekandidaten abgeben würden, ein konkreter Käufer ist jedoch nicht in Sicht. Selbst eine Dividendenrendite von aktuell knapp 12 Prozent lockt offenbar die Interessenten nicht an.

*Verschiebung der Werbeeinnahmen zugunsten des Internet

Große Medienunternehmen wie die australische News Corporation (Rupert Murdoch) wurden zuletzt vorwiegend im Zusammenhang mit möglichen Internet-Deals genannt. Kurzzeitig war die News Corporation auch als möglicher Partner von Microsoft für die nun geplatzte Yahoo-Übernahme im Gespräch.

Das ist sicher kein Zufall, denn der Anteil der Online-Werbung am gesamten Werbekuchen nimmt rasant zu. Das zeigen nicht nur die allen Unkenrufen zum Trotz sehr starken Google-Quartalszahlen, sondern beispielsweise auch die von chinesischen Internet-Portal-Anbietern, die von explosiven Zuwachsraten berichten.

Bei Sat.1 fehlt zudem momentan ein Publikumsmagnet wie "Deutschland sucht den Superstar" von Konkurrent RTL, das speziell bei der jüngeren Zielgruppe glänzende Einschaltquoten erzielt. Sat.1 haftet hier ein etwas biederes Image an.

Besonders enttäuschend ist das schwache erste Quartal auch deshalb, weil eigentlich durch die Osterfeiertage in diesem Jahr ein positiver Effekt zu erwarten war. Im zweiten und dritten Quartal dürfte es durch die Fußball-WM bzw. durch die Olympischen Spiele erst recht schwierig werden. Beide Großereignisse werden von den öffentlich-rechtlichen Sendern übertragen.

Mit ungewöhnlicher Deutlichkeit stuften einige Analysten die Aktie daher auf "verkaufen". Die Argumentation scheint schlüssig: Die optisch sehr verlockende Dividendenrendite von 12 Prozent müsste aus der Substanz des ohnehin relativ hoch verschuldeten Unternehmens bezahlt werden. Ob das mittelfristig betrachtet gut für das Unternehmen ist, scheint sehr fraglich. Auch eine Dividendenkürzung scheint daher im Bereich des Möglichen.

MEIN FAZIT:

- ProSiebenSat.1 verliert gegenüber RTL stark an Boden.

- Die Fernseh-Werbeeinnahmen im Allgemeinen stagnieren. Online-Werbung gewinnt immer schneller Marktanteile hinzu. Daher fehlt die Wachstumsfantasie.

- Das Vertrauen ins Management hat durch die erneute Enttäuschung bei den Quartalszahlen stark gelitten.

- Trotz der scheinbar niedrigen Bewertung sollten Anleger das Papier zunächst meiden.



Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Reports. Gratis anmelden unter: www.geldanlage-report.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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