31.03.2008 08:35
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Geldanlage-Report-Kolumne: Q-Cells im Check!

Das Kerngeschäft des Unternehmens aus Bitterfeld-Wolfen ist die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Solarzellen. In 2007 hat man mit einer produzierten Stromleistung von 389 MWp (+54 Prozent gegenüber dem Vorjahr) weltweit den höchsten Ausstoß erzielt. Mit einer Gewinnmarge vor Steuern und Zinsen von 23 Prozent gehört man gleichzeitig auch zu den profitabelsten Firmen der Branche.

Der Nettogewinn sprang überproportional zur Umsatzsteigerung (+59 Prozent auf 859 Millionen Euro) um 69 Prozent auf 148 Millionen Euro. Das hohe Wachstum soll in allen Bereichen auch in 2008 beibehalten werden. Der Umsatz dürfte auf rund 1,2 Milliarden Euro klettern, die Gesamtproduktion auf 590 MWp. Die dazu benötigte Silizium-Menge hat sich Q-Cells bereits fast komplett gesichert.

Wichtig: Die Internationalisierung der Produktion schreitet planmäßig voran. Der Baubeginn der neuen, nunmehr siebten Produktionslinie in Malaysia, ist im zweiten Quartal 2008. Der Produktionsstart ist für das erste Quartal 2009 angepeilt. Damit können gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: Neben dem Ausbau der Kapazitäten kann man so besser in den kommenden Zukunftsmärkten Asiens, insbesondere in China und Südkorea, Fuß fassen. Gleichzeitig senkt man das Wechselkursrisiko durch den starken Euro durch den neuen Produktionsstandort in Malaysia.

*Gute Fortschritte bei der Kostensenkung

Bisher gelingt es dem Weltmarktführer zudem glänzend seine Größenvorteile in Kosteneinsparungen bei der Herstellung umzusetzen. Tenor der Analysten: "Eine beeindruckende Leistung!"

Zugleich investieren die Ostdeutschen stark in die Forschung und Entwicklung und machen hier große Fortschritte. Speziell bei der Dünnschichttechnologie, der in den nächsten Jahren innerhalb des Sektors ein besonders dynamisches Wachstum prophezeit wird, ist man dem amerikanischen Marktführer First Solar dicht auf den Fersen. Die Tochter Calyxo forscht wie First Solar an Modulen auf Cadmium-Tellurid-Basis. Zuletzt kam es hier zu Verzögerungen, aber noch in 2008 sollte der Einstieg in die industrielle Massenproduktion gelingen.

Cadmium-Tellurid-Zellen wird vor allem wegen der im Vergleich zu normalen Solarzellen deutlich niedrigeren Herstellungskosten eine große Zukunft prophezeit (wenngleich diese auf Grund des niedrigeren Wirkungsgrades nur für bestimmte Anwendungen brauchbar sind). First Solar und Q-Cells sind die beiden einzigen Unternehmen weltweit, die hier bereits in die Massenproduktion eingestiegen sind, bzw. kurz davor stehen.

Ein Bewertungsvergleich zwischen den beiden Aktien hinkt zwar, weil die Amerikaner ausschließlich im Dünnschichtsegment aktiv sind, ist aber trotzdem interessant, weil er zeigt, wie aussichtsreich der Sektor vom Markt eingeschätzt wird. Denn: Das 2008er-KGV von First Solar liegt immer noch bei extrem hohen 95 - im Vergleich zu den oben genannten 23 bei Q-Cells.

*Starke Insiderverkäufe

Negativ fallen lediglich die verhältnismäßig starken Insiderverkäufe innerhalb des letzten Jahres auf. Hier wurden Papiere im Wert von 50 Millionen Euro zu Verkaufspreisen zwischen 48 und 87 Euro je Aktie abgestoßen. Zwar sind Insiderverkäufe in ihrer Aussagekraft nicht so signifikant wie Insiderkäufe ("Insiderverkäufe können viele Ursachen haben, Insiderkäufe nur eine"), aber in dieser Größenordnung sehe ich hier trotzdem ein negatives Signal.

Ein weiterer kritischer Punkt: Q-Cells kann als reiner Solarzellenhersteller eventuelle Preiseinbrüche bei Solarzellen schwieriger auffangen, als beispielsweise die breiter aufgestellten Solarworld.

MEIN FAZIT:

- Q-Cells gehört zu den besten Werten der Solarbranche und sollte durch Skaleneffekte von seiner Größe profitieren können.

- Das Unternehmen ist mit führend in der zukunftsträchtigen Dünnschicht-Technologie auf Basis von Cadmium-Tellurid.

- Nach dem Kursrückgang ist die Aktie wieder attraktiv bewertet.

--> Nach vollzogener Bodenbildung kaufenswert!



Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Reports. Gratis anmelden unter: www.geldanlage-report.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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