19.06.2008 08:36
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Geldanlage-Report-Kolumne: Repower - Machtkampf beendet!?

Die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes sieht eine Vergütungserhöhung für Windkraft vor. Doch Anlagenbauer wie Repower tangiert dies nur am Rande. In der Novelle des EEG wurde beschlossen, dass die Windstromvergütung an Land ab 2009 von 7,9 auf 9,2 Cent pro Kilowattstunde erhöht wird. Das sind zwar in der Tat positive Nachrichten für die Branche, hilft aber eher Windparkbetreibern wie Plambeck oder Energiekontor.

Für Turbinenhersteller wie Repower oder Nordex, die in den vergangenen Jahren Erfolgsgeschichten schrieben, spielt der deutsche Markt längst eine untergeordnete Rolle. Speziell im On-Shore-Markt (Windmühlen an Land), auf den die EEG-Novelle Bezug nimmt, sind die Zuwächse beim Neubau von Anlagen in Deutschland voraussichtlich auch 2008 mit minus 15 Prozent wieder rückläufig.

Der Grund: Es gibt kaum mehr gute Standorte. Einzig der Off-Shore-Bereich (also Windanlagen auf hoher See) steht erst am Anfang und verspricht hohe Wachstumsraten. Doch hier geht der Ausbau wegen Genehmigungsverzögerungen auf Grund von Bürgerprotesten und fehlendem Equipment für den Transport der Einzelteile nur schleppend voran. Bisher ist noch keine einzige Anlage in Betrieb.

Boom im Ausland

Repower kann damit jedoch gut leben, denn dafür boomt der Auslandsmarkt. 20.000 Megawatt Windleistung wurden in 2007 weltweit neu installiert. Das sind 30 Prozent mehr als in 2006. Repower kann sich vor Neuaufträgen kaum retten. Zuletzt meldete man Großaufträge aus Frankreich, Kanada und Italien. Momentan sieht es wieder einmal so aus, als ob Repower die ambitionierten Analystenprognosen für 2008 und 2009 locker erreichen kann.

Der Umsatz soll von 680 Millionen in 2007 über 900 Millionen in 2008 bis auf 1,1 Milliarden Euro in 2009 zulegen. Der Gewinn je Aktie soll sich in diesem Zeitraum von 2,37 Euro auf 6,29 Euro fast verdreifachen. Das entspräche beim aktuellen Kurs von 203 Euro einem 2009er-Kurs-Gewinn-Verhältnis von 32. Das ist ambitioniert, aber angesichts der glänzenden Wachstumsaussichten durchaus angemessen.

Machtkampf beendet

Gestutzt wurde der Kurs zuletzt aber eher durch den Anteilsverkauf des französischen Großaktionärs Areva an den anderen Großaktionär Suzlon. Die Inder haben damit den Machtkampf endgültig für sich entschieden und besitzen die Mehrheit an Repower. In der Presse wurde ein Verkaufspreis von nur 170 Euro kolportiert, was den Kurs von Repower kurzfristig unter Druck brachte. Weil andererseits aber spekuliert wird, dass Suzlon seinen Anteil weiter aufstocken könnte, findet die Aktie momentan bei 200 Euro Unterstützung.

Mein Fazit:

Repower bleibt genauso wie Konkurrent Nordex ein interessantes Investment. Zusätzlich besteht immer noch Übernahme/Squeeze-Out-Fantasie.



Armin Brack ist Chefredakteur des Geldanlage-Reports. Gratis anmelden unter: www.geldanlage-report.de.

Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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