FAIRFIELD (dpa-AFX) - Der amerikanische Mischkonzern General Electric (GE) will sich von seinem milliardenschweren Traditionsgeschäft mit Haushaltsgeräten trennen. Der Schritt sei Teil der Bemühungen, stark zyklische Sparten abzustoßen und das Wachstum anzukurbeln, teilte das Unternehmen am Freitag in Fairfield (Bundesstaat Connecticut) mit. Die Trennung könne in Form einer Auslagerung erfolgen, eines Zusammengangs mit einem anderen Unternehmen oder eines Verkaufs. Die Haushaltsgeräte-Sparte stellt Kühlschränke, Klimaanlagen und Öfen her und ist dabei stark auf das US-Geschäft angewiesen. Damit sei es abhängig von der jeweiligen Konjunkturlage, begründete GE seine Trennungsabsichten.
Am Donnerstag hatte das "Wall Street Journal" berichtet, bei einer Auktion könne GE 5 bis 8 Milliarden Dollar (5,2 Mrd Euro) für die Sparte bekommen. Ein denkbarer Käufer sei etwa der deutsche Hausgeräte-Hersteller Bosch Siemens (BSH). Eine BSH-Sprecherin sagte auf Anfrage in München, der Konzern kommentiere das Gerücht nicht. Weitere mögliche Interessenten seien die chinesische Haier Group, LG Electronics und Samsung Electronics aus Südkorea sowie der schwedische Electrolux-Konzern (AEG) . Auch private Beteiligungsgesellschaften könnten Interesse haben.
GE IM UMBAU
GE-Chef Jeffrey Immelt baut den Traditionskonzern derzeit um und stößt Bereiche mit zu wenig Ertrag ab. Mit einem überraschenden Gewinnrückgang im ersten Quartal und einem schwächeren Ausblick hatte Immelt die GE-Aktie im April an der Börse auf Talfahrt geschickt.
Die Haushaltsgeräte-Sparte von GE steht nicht zuletzt wegen der US-Immobilienkrise unter Druck. Mit einem Umsatz von rund 7 Milliarden Dollar macht sie nur einen Bruchteil des Konzernumsatzes von zuletzt mehr als 170 Milliarden Dollar aus. Das über 100 Jahre bestehende Geschäft gehört zum Traditionsbestand des Mischkonzerns mit seiner bunten Palette von Flugzeug-Turbinen über Medizingeräte und Fernsehsender bis hin zu einer riesigen Finanzsparte./FX/DP/fn/das