Bayer 1 Aktie [WKN: 879501 / ISIN: US0727303028]

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07.02.2008 11:27
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Gericht regt Erhöhung der Schering-Abfindung um 10% an - Brief

Von Richard Breum DOW JONES NEWSWIRES DÜSSELDORF (Dow Jones)--Im Streit zwischen Aktionären der ehemaligen Schering AG und dem Bayer-Konzern um die Höhe der Abfindung hat das Landgericht Berlin eine gütliche Einigung angeregt. Dazu schiene es erwägenswert, eine Erhöhung der vorgesehenen Abfindung und Ausgleichszahlung "in der Größenordnung von 10 Prozent" in Betracht zu ziehen, heißt es in einem Schreiben des Gerichts an die Parteien, in das Dow Jones Einblick hatte. In dem Brief mit einer ersten Einschätzung heißt es, die Kammer halte einige inhaltliche Punkte der Aktionäre für plausibel. So werde in dem von Wirtschaftsprüfern erstellten Gutachten über den Wert von Schering unter anderem nicht ausreichend offengelegt, welche Grundlagen und Annahmen dem Szenario für die künftige Entwicklung des Produktportfolios zugrunde liegen.

   Zudem sei der Zeitraum für den Kapitalisierungszinssatz fehlerhaft gewählt worden. Die für die Ermittlung des Ausgleichs gewählte Berechnungsmethode scheine für außenstehende Aktionäre jedoch grundsätzlich zutreffend und sogar günstig zu sein.

   In dem Gutachten war der Unternehmenswert von Schering für den so genannten Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit 87,63 EUR je Aktie ermittelt worden. Dieser Vertrag ist jetzt Gegenstand der Auseinandersetzung zwischen den Aktionären und Bayer, und er hat auch Einfluss auf den Streit über die Abfindung im Squeeze-Out-Verfahren.

   Rund vier Monate nach dem Gutachten war für den Ausschluss der Minderheitsaktionäre von Bayer ein Wert von 98,98 EUR je Aktie festgesetzt worden. Bayer hatte die Erhöhung mit der Veränderung der Kapitalmarktrenditen begründet. Auch diesen Wert halten Aktionäre jedoch für zu niedrig. Stimmen sie und Bayer dem Vorschlag des Gerichtes jetzt zu, würde der Vergleich den Leverkusener Konzern rund 70 Mio EUR kosten.

   Denn von den rund 190 Mio Aktien der ehemaligen Schering AG hält Bayer dem jüngsten Quartalsbericht zufolge 96,3%, rund 3,7% sind also noch frei. Eine Erhöhung in der Größenordnung von 10% würde bedeuten, dass Bayer rund 9,90 EUR je Aktie mehr zahlt als die bislang angebotenen 98,98 EUR.

   Ein Bayer-Sprecher wollte die Anregung des Gerichts am Donnerstag nicht kommentieren. Ein Sprecher der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK), die ehemalige Schering-Aktionäre vertritt, war am Donnerstag zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Der Düsseldorfer Aktionärsanwalt Peter Dreier sagte, das Gericht halte die Gutachten offenbar für nicht ausreichend.

   Der Vorschlag aus Berlin sei daher "ein Schritt in die richtige Richtung". Er gehe jedoch von einer letztlich noch höheren Zahlung aus, sagte er in einer ersten Einschätzung. So müssten auch noch die Auskünfte berücksichtigt werden, zu denen Bayer zu Beginn des Jahres vom Kölner Landgericht verpflichtet worden war.

   Vor dem Beginn des Übernahmekampfes der Merck KGaA und Bayer um Schering war die Schering-Aktie an der Börse mit rund 67 EUR bewertet worden. Derzeit notiert die Bayer-Schering-Pharma-Aktie bei gut 103 EUR.

Webseite: http://www.bayer.de -Von Richard Breum, Dow Jones Newswires, +49 (0) 211 - 13872 15, Richard.Breum@dowjones.com DJG/rib/mim (END) Dow Jones Newswires

   February 07, 2008 05:17 ET (10:17 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 05 17 AM EST 02-07-08



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