FRANKFURT (dpa-AFX) - Das Marktforschungsinstitut GfK will sich bei der Übernahme des britischen Mitbewerbers Taylor Nelson Sofres (TNS) nicht unter Druck setzen lassen. "Wir haben bis September Zeit, um ein freundliches Angebot vorzulegen. Diese Zeit nehmen wir uns", sagte Vorstandschef Klaus Wübbenhorst der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Wir lassen uns nicht durch Kommentare von außen treiben." Zur Finanzierung des Zukaufs spreche GfK mit Partnern, die "langfristig mit uns zusammenzuarbeiten". Die Gespräche in Bezug auf ein mögliches Angebot für TNS verliefen positiv, sagte Wübbenhorst. Zuvor hatte der Werbekonzern WPP eine feindliche Übernahmeofferte für TNS abgegeben.
Das Ziel, drittgrößter Marktforscher der Welt zu werden, würde der GfK-Chef aber auch bei einem Scheitern der TNS-Übernahme nicht abschreiben. "Gemeinsam mit TNS könnten wir dieses Ziel am einfachsten erreichen", sagte er. Allerdings schloss er andere Zukäufe ausdrücklich nicht aus. "Zur Nummer drei können wir auch durch eine Kombination von organischem Wachstum und Übernahmen werden", sagte er. Der Aktienkurs von GfK wird sich nach Wübbenhorsts Einschätzung wieder erholen. "Momentan sind Anleger noch verunsichert", sagte er. Dies werde sich ändern, sobald GfK eine Entscheidung über TNS getroffen habe. "Dann, glaube ich, wird der Kurs steigen", sagte Wübbenhorst./stw