NÜRNBERG (dpa-AFX) - Das Marktforschungsinstitut GfK hat die Übernahme des britischen Wettbewerbers Taylor Nelson Sofres (TNS) nach monatelangem Tauziehen aufgegeben. "Wir haben beschlossen, dass wir nicht in eine Bieterschlacht eintreten", sagte ein GfK-Sprecher am Mittwochmorgen der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. "Die einzigen Profiteure wären die TNS-Aktionäre gewesen." Es gebe im Markt noch "viele Kandidaten, die wir übernehmen können". Diese seien aber allesamt kleiner als die GfK. Die Aktie legte vorbörslich 5,94 Prozent auf 24,60 Euro zu.
Ursprünglich hatte die GfK mit der größeren TNS eine Fusion unter Gleichen angestrebt und wollte so zur Nummer drei der Marktforscher aufsteigen. Der britische Werbekonzern WPP hatte das Vorhaben aber seit Monaten gestört und zuletzt ein feindliches Angebot für TNS vorgelegt. Die Nürnberger feilten seitdem an einer eigenen Offerte und wollten dabei auch finanzkräftige Partner ins Boot holen. Diese Gespräche seien nun beendet, hieß es. "Es muss sich letztlich rechnen", sagte der Sprecher.
Das "manager magazin" hatte am Vorabend berichtet, dass der herbeigerufene Finanzinvestor Apax die Finanzierung mit unannehmbaren Forderungen verknüpft habe. Die GfK-Eigentümer hätten deshalb befürchtet, Kontrollrechte an Apax zu verlieren. Die Zeit reiche nun nicht mehr, einen neuen Partner zu finden. Der Sprecher lehnte einen Kommentar dazu ab: "Wir haben nie darüber gesprochen, mit welchem Investor wir verhandeln."
Der Vorstand sei für die Zukunft der GfK zuversichtlich, hieß es abschließend in einer Mitteilung des SDAX-Konzerns : "Das Unternehmen wird auch weiterhin gut aufgestellt sein, volle Auftragsbücher vorweisen und organisch wachsen - auch angesichts der Verlangsamung der Weltwirtschaft."/das/tw