06.01.2009 18:57
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Glos drängt Russland und Ukraine zu Verhandlungen

   BERLIN (Dow Jones)--Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat im russisch-ukrainischen Gasstreit beide Seiten aufgefordert, "umgehend an den Verhandlungstisch zurückzukehren". Nach einem Treffen mit dem russischen Vizechef des russischen Gasversorgers Gazprom, Alexander Medwedew, über die Erdgaslieferungen nach Deutschland sagte Glos, Gazprom bemühe sich, die fehlenden Lieferungen durch die Ukraine auszugleichen.

   Medwedew erklärte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Glos im Wirtschaftsministerium, hierzu solle verstärkt eine nördliche Pipeline und unter Russland lagernde Gasreserven genutzt werden. Einen vollen Ausgleich sagte Medwedew jedoch auch auf Nachfrage nicht zu.

   Der Gazprom-Vizepräsident gab der Ukraine die volle Schuld an der Auseinandersetzung, die aus seiner Sicht einen "unverhohlenen Diebstahl" russisches Gases vorgenommen habe. Die Ukraine habe in der Nacht drei Pipelines unterbrochen. Gazprom sei aber bereit, die Gespräche wiederaufzunehmen. Es sei "unbedingt erforderlich, dass die ukrainische Seite wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrt", betonte Medwedew. Signale für eine derartige Bereitschaft habe man jedoch bisher nicht erhalten.

   Dennoch sei bei dem Treffen nicht über eine "Exit-Strategie" für den Fall gesprochen werden, dass keine schnelle Einigung mit der Ukraine erreicht werde, erklärte Glos auf Nachfrage. "Selbstverständlich nicht, weil wir bis zum Beweis des Gegenteils an die Vernunft der Beteiligten glauben", sagte er. Ausdrücklich betonte der Wirtschaftsminister, er wolle keine Wertung über die Schuldfrage in dieser Angelegenheit abgeben.

   Zuvor hatte Glos nach eigenen Angaben ein Gespräch mit der tschechischen EU-Ratspräsidentschaft geführt. Die Europäische Union (EU) hatte am Mittag die Einschränkung der Versorgung mit russischem Gas in EU-Staaten als "völlig unakzeptabel" kritisiert und gefordert, die normale Belieferung der Mitgliedstaaten müsse sofort wieder hergestellt werden.

   Ohne vorherige Warnung und im Widerspruch zu Versicherungen "der höchsten russischen und ukrainischen Autoriäten" sei die Gasversorgung einiger EU-Staaten "substanziell" gekürzt worden, hatten die tschechische EU-Ratspräsidentschaft und die EU-Kommission erklärt. In der Nacht zum Dienstag waren Lieferungen von russischem Gas an große Teile Südosteuropas offenbar gestoppt worden.

-Von Andreas Kißler, Dow Jones Newswires, +49 (0)30 - 2888 4118, andreas.kissler@dowjones.com DJG/ank/apo Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de (END) Dow Jones Newswires

   January 06, 2009 12:25 ET (17:25 GMT)

   Copyright (c) 2009 Dow Jones & Company, Inc.- - 12 25 PM EST 01-06-09



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