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HINTERGRUND: Abwärtssog an Asiens Börsen hält an - Warten auf US-Märkte
Der DAX stand am Morgen erneut unter dem Einfluss des Fiaskos in Fernost. So stürzte der Hang-Seng-Index in Hongkong um knapp neun Prozent, während der Shanghai-Composite-Index um rund acht Prozent nachgab. Kaum geringer waren die Turbulenzen in Tokio: Dort sackte der Nikkei-225 um 5,65 Prozent auf 12.573 Punkte (minus 750). Damit rutschte das japanische Kursbarometer erstmals seit Oktober 2005 unter die psychologisch wichtige Marke von 13.000 Zählern. Auch in Indonesien war ein Beinahe-Crash zu verzeichnen - der Jakarta-Index brach um etwa 10 Prozent ein. Die indische Sensex befand sich mit einem Tagesminus von rund 12 Prozent ebenfalls im freien Fall. Aufgrund des Kursdesasters musste der Handel in Bombay sogar kurzzeitig ausgesetzt werden.
ANALYSTEN: US-REZESSION NICHT AUSGESCHLOSSEN
Angesichts der beunruhigenden Vorgaben aus Asien wächst nun der Druck auf die Wall Street, die am Montag wegen des Martin-Luther-King-Feiertags geschlossen war. Schädliche Auswirkungen auf das New Yorker Börsengeschäft gelten aus der Sicht zahlreicher Analysten inzwischen als wahrscheinlich. "Der Bärenmarkt hat heftig eingesetzt", sagte Gerard Minack von Morgan Stanley in Sydney mit Blick auf den weiteren Handelsverlauf am Dienstag.
Sollte sich der Negativtrend aus Asien und Europa in die USA übertragen, könnte die größte Volkswirtschaft der Welt nach Einschätzung seines Londoner Kollegen Tony Dolphin noch in diesem Jahr in einen gefährlichen Abwärtsstrudel geraten. "Die Anzeichen, dass die US-Wirtschaft 2008 eine Rezession erlebt, mehren sich", warnte der Spezialist von Henderson Global Investments in einer Kundenmitteilung. Viele Investoren setzten nur wenig Hoffnungen in das 145 Milliarden Dollar schwere Konjunkturprogramm, das US-Präsident George W. Bush am vergangenen Freitag zur Stabilisierung der Wirtschaft angekündigt hatte.
TROTZ KRISE: EXPERTEN SEHEN LICHT UND SCHATTEN IN ASIEN
In Asien beurteilten Experten die weitere Marktentwicklung trotz der jüngsten Verkaufswelle mit vorsichtigem Optimismus. Beteiligungen an asiatischen Unternehmen könnten auch künftig lohnende Investments bieten, meinte die Analystin Lorraine Tan von Standard & Poor's in Singapur. Zwar sei es schwierig zu ermitteln, in welchem Umfang die derzeit schlechten Marktdaten bereits in die Kurse eingepreist seien. Insgesamt blieben Aktien aus Fernost jedoch attraktiv: "Asiatische Unternehmen sind in einer sehr viel besseren Position als vor der Finanzkrise 1997."
Tan zufolge dürfte das langfristige Ertragspotenzial vieler Firmen weit über den Vergleichsdaten der globalen Konkurrenz liegen. Daniel McCormack, Analyst bei Macquarie Securities in Hong Kong, erwartet dagegen, dass die US-Kreditkrise akute Gefahren für das asiatische Geschäftsumfeld birgt. Insbesondere bei Immobilienaktien sei Vorsicht geboten. "Da gibt es noch deutlichen Spielraum nach unten. Wenn man annimmt, dass die USA in eine Rezession gehen, wird es auch in Asien viel mehr Herabstufungen geben."/jap/sk/wiz
---Von Jan-Henrik Petermann, dpa---
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