Berkshire Hathawa b Aktie [WKN: 900567 / ISIN: US0846702076]

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24.09.2008 16:12
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HINTERGRUND: Investorenlegende Buffett wagt Milliardendeal mit Goldman Sachs

        FRANKFURT/NEW YORK (dpa-AFX) - Die Finanzmarktkrise ist angesichts immer neuer Turbulenzen längst nicht ausgestanden und die meisten Anleger lassen lieber die Finger von Bankaktien. Doch einer greift beherzt zu: US-Investorenlegende Warren Buffett. Der wohl reichste Mensch der Welt pumpt in die gebeutelte US-Investmentbank Goldman Sachs   mindestens fünf Milliarden Dollar. "Der richtige Zeitpunkt für einen solchen Einstieg?" fragten am Mittwoch nicht nur die weltweit unzähligen Buffett-Jünger, die seit Jahrzehnten an den Lippen des netten älteren Herren mit den grauen Haaren und der dicken Hornbrille kleben.

    Der 78-Jährige ist ein ausgebuffter Investor, der nach eigenem Bekunden nur in Unternehmen investiert, deren Geschäft er versteht. Als übermäßig risikofreudig gilt er nicht. Über seine börsennotierte Holding Berkshire Hathaway in Omaha (Nebraska) schuf er ein enormes Vermögen für sich und seine Anleger. Die Berkshire-Aktie      ist die teuerste der Wall Street. Sie kostete zuletzt rund 130.000 Dollar (89.000 Euro) - ein einzelnes Papier wohlgemerkt. "Orakel von Omaha" nennen ihn seine Anhänger so ehrfürchtig wie dankbar. Zuletzt warnte jedoch auch Buffett vor sinkenden Gewinnen angesichts der Krise.

DER NAME BUFFETT LOCKT ZOCKER

    Das Geld der Holding steckt vor allem in zahlreichen größeren US- Unternehmen, viele aus der Versicherungszunft, aber auch Versorger, Restaurantketten, Textilfirmen und Großhandelskonzerne. Im Sommer warb Buffett gerade auch bei deutschen Familienunternehmen, sie sollten doch bei einem fehlenden Nachfolger an ihn denken. Bei einer "Deutschland-Tournee" konnte er sich vor Terminen nicht retten.

    Wo immer der Name Buffett auftaucht, wittern viele das große Geschäft, so jüngst beim schwächelnden Druckmaschinen-Hersteller Heidelberger Druck . Kaum waren Gerüchte im Markt, der Amerikaner wolle das Unternehmen kaufen, stieg die Aktie. Dabei hatte ein Vertrauter Buffetts lediglich die hohe technische Qualität deutscher Maschinen gelobt, "etwa in der Druckindustrie". Nach einem Dementi von HeidelDruck gab die Aktie so schnell nach wie sie gewonnen hatte.

VERTRAUENSBEWEIS ODER LUKRATIVE KONDITIONEN

    Nun also Goldman Sachs. Die Börsianer jubelten, ließen die Bank- Aktie klettern, sprachen von einem "kräftigen Vertrauensbeweis" - kein Wunder nach einer der schwärzesten Wochen der US-Finanzbranche mit Insolvenzen, Beinahe-Pleiten und staatlichen Milliardenstützungen in historischem Ausmaß. Doch Experten warnen vor überschwänglichen Hoffnungen für Finanztitel allgemein. Buffett gelte als erfahrener Rosinenpicker mit gutem Riecher. Warme Worte gab es von ihm denn auch keineswegs für die ganze Branche, sondern allein für seine jüngste Beteiligung: "Goldman Sachs ist eine außergewöhnliche Institution."

    Ausschlaggebend für die Milliardenspritze werden letztlich doch die lukrativen Konditionen gewesen sein: Goldman Sachs garantiert Buffett für seine Vorzugsaktien eine Dividende von satten 10 Prozent. Zudem darf Buffett binnen fünf Jahren weitere Papiere für nochmals fünf Milliarden Dollar nachkaufen zu einem festgelegten Kurs von 115 Dollar. Zuletzt stand die Aktie deutlich höher bei gut 125 Dollar.

    Den auf Sicherheit bedachten Buffett dürfte zudem beruhigt haben, dass sich mit Goldman Sachs und Morgan Stanley   die zwei letzten der einst fünf unabhängigen US-Investmentbanken gerade in gewöhnliche Geschäftsbanken umwandeln. Sie unterwerfen sich damit einer weitaus strengeren staatlichen Kontrolle. Denn dass Buffett mit Blick auf die Kreditkrise nicht gerade große Stücke auf Banken und ihre riskanten Geschäfte mit US-Hypotheken hält, ist bekannt: "Die Leute, die diese giftige Limonade gebraut haben, haben am Ende ziemlich viel davon selbst getrunken", sagte er einmal./das/fd/zb     ---  Von Daniel Schnettler, dpa-AFX, und Roland Freund, dpa ---



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