HINTERGRUND: Kursfeuerwerk im DAX - Rettungspaket der Regierung begrüßt
Gegenwärtig mache sich am Aktienmarkt zwar etwas Entspannung breit, allerdings bekämen die Banken nichts geschenkt und für eine richtig große Kursrally sei die wirtschaftliche Lage eigentlich zu schlecht. "Wichtig ist nun, dass weitere Käufer an den Markt kommen. Bleiben diese weg, können die Gewinne ganz schnell wieder bröckeln", sagte de Schutter.
HÄNDLER: MERKEL ALS 'MUTTER COURAGE DER FINANZSYSTEME'
Finanzaktien sprangen deutlich in die Höhe und machten damit zumindest einen Teil ihrer Kursverluste der vergangenen Tage wieder wett. Hypo Real Estate (HRE) schnellten mit einem Kursplus von mehr als 35 Prozent am deutlichsten hoch. Nach den Spekulationen über einen drohenden Kollaps wegen massiver Liquiditätsprobleme hatte die Aktie seit Ende September 69 Prozent verloren. Die Aktien der Commerzbank gewannen 15,87 Prozent auf 11,24 Euro. Deutsche Bank -Titel stiegen um 10,07 Prozent auf 31,37 Euro. Der Zugewinn der Deutschen Postbank nahm sich dagegen mit plus 6,32 Prozent auf 24,05 Euro fast bescheiden aus.
Mit einem in der Nachkriegsgeschichte einmaligen Rettungspaket von rund 470 Milliarden Euro will die Regierung inzwischen den gesamten Bankensektor in Deutschland wieder stabilisieren. Der Staat soll Garantien für Kredite übernehmen, die sich die Banken untereinander gewähren. Auch sollen die Banken direkte Finanzspritzen zur Erhöhung ihres Eigenkapitals erhalten. Das größte Finanzrettungspaket der Nachkriegsgeschichte soll noch in dieser Woche in einem beschleunigten Gesetzgebungsverfahren beschlossen werden und bis Ende 2009 befristet sein.
Diese Rettungsaktion kommt laut Kapitalmarktexperte Robert Halver von der Baader Bank zwar spät, aber immerhin komme sie. "Bundeskanzlerin Angela Merkel ist die Mutter Courage der Finanzsysteme", sagte er. Die Regierung ergreife mit dem "gleichermaßen umfangreichen wie mutigen" Rettungspaket "deutliche Schritte zur Wiedergewinnung von Vertrauen in das Bankensystem". Kritiker sollten sich die Konsequenzen vor Augen führen, die es haben werde, wenn der Staat auf Marktversagen nicht "massiv und schnell" reagiere. "Es ist nicht die Zeit für Ideologien, sondern die Zeit für Pragmatismus!"
Auch Analyst Philipp Hässler von equinet beurteilt die Maßnahmen generell positiv. Das Vorhaben der Regierung höre sich "gut" an und dürfte dazu dienen, das Vertrauen zwischen den Banken wieder herzustellen. Allerdings seien für eine grundlegende Beurteilung noch zu wenig Einzelheiten bekannt. "Noch ist nicht klar, ob die Banken für die Garantien des Interbankenhandels bezahlen müssen, in welcher Form der Staat Kapital anbietet und was für Bedingungen - wie etwa beim Mitspracherecht - er stelle. Generell seien die Maßnahmen aber richtig./sf/ck/sc
--- Von Sonja Funke, dpa-AFX ---
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