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HINTERGRUND: Nach geplatzter Energiefusion - Neue Chancen für deutsche Firmen
Nun ergibt sich aufgrund der gescheiterten Fusion der beiden niederländischen Energieunternehmen eine neue Gelegenheit für die deutschen Konkurrenten. Vor allem für die besonders unter Druck stehende RWE könnte sich nun ein Traum erfüllen. Zumal sich das Unternehmen in der Vergangenheit vor allem auf den Abbau von Schulden und eine Ergebnisverbesserung konzentriert hat. Der zweitgrößte deutsche Energiekonzern könnte nach Einschätzung von Experten seine Stromnetze mit dem Nachbarland einfach verknüpfen. Allerdings scheinen Querelen um den Machtwechsel an der Unternehmensspitze den Konzern zu lähmen. Grund ist die lange Übergangszeit des scheidenden RWE-Chefs Harry Roels zu seinem designierten Nachfolger Jürgen Großmann. Sollte RWE nicht bald handeln, so könnte das Unternehmen nach Einschätzung von Beobachtern selbst zu einem Übernahmekandidat werden.
Auch andere Konkurrenten könnten den beiden deutschen Konzernen in die Quere kommen. "Der niederländischen Markt ist nicht nur für RWE und E.ON interessant, sondern zieht auch das Interesse anderer europäischer Player auf sich", sagen Branchenexperten. So schielten ebenfalls die französische Electricite de France (EdF) und die belgische Suez-Tochter Electrabel auf die niederländischen Konkurrenten. GESCHEITERTE FUSION
Für Nuon und Essent hatte alles vor mehr als einem Jahr so verheißungsvoll begonnen. Anfang des Jahres hatten sich beide Unternehmen bereits auf Grundzüge eines gemeinsamen Unternehmens geeinigt. Zusammen wollten sie - dann unter dem Namen EssentNuon - auf einen Börsenwert von 24 Milliarden Euro und damit unter die Top Ten der europäischen Energiebetriebe kommen. Gleichzeitig wollten sie sich gegen fremde Übernahmen absichern. Für den deutschen Energiemarkt wurde EssentNuon schon als eine neue Kraft sowohl im Großkunden- als auch im Privatkundengeschäft gehandelt. Jetzt scheiterten die Gespräche. Differenzen über Bewertungsfragen und das Tauschverhältnis hieß es als Begründung. Zwar hatten beide Unternehmen bereits im Februar vereinbart, dass Essent 55 Prozent an dem fusionierten Unternehmen halten sollte. Dies habe aber auf Widerstand bei den Nuon-Anteilseignern geführt. Die Verhandlungen waren von Anfang an schwierig, da kommunale Aktionäre den Fusionsplänen sehr skeptisch gegenüberstanden. Zudem gab es Bedenken in der Öffentlichkeit hinsichtlich der starken Marktstellung des neuen Unternehmens. Es wurde mit hohen Auflagen durch die Kartellbehörden gerechnet./ne/uk/wiz
--- Von Michaela Nehren-Essing, dpa-AFX ---
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