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HINTERGRUND: Telekom-Chef Obermann macht bei Auslandsexpansion Dampf
Tatsächlich hatte der rosa Riese, anders als seine großen europäische Konkurrenten wie Telefonica und France Telecom , bei der Konsolidierung der Märkte in den vergangenen Jahren eine Verschnaufpause eingelegt. Aus gutem Grund: Durch zum Teil überteuerte Zukäufe hatte sich bei der Telekom ein riesiger Schuldenberg aufgetürmt. Die vielfach als sicheres Rentenpapier gepriesene T-Aktie stürzte ab und wurde zu einem Zockerpapier. Zugleich geriet das Unternehmen im Inland durch den verschärften Wettbewerb im Festnetz unter Druck. Ein wichtiges Kerngeschäft drohte wegzubrechen.
IM AUSLAND ANSCHLUSS VERPASST
Obermann und seine Vorstandskollegen steuerten gegen - unter anderem mit einem harten Stellenab- und Personalumbau, zum Teil auch gegen heftigen Widerstand der Gewerkschaften. Obwohl die Telekom bei den klassischen Festnetzanschlüssen auch heute noch Boden verliert, gelang es der Festnetztochter T-Home, im zukunftsweisenden Breitbandgeschäft wieder zu punkten. Doch die Erfolge im Inland seien die eine Seite der Medaille, sagten Kritiker. Obermann habe beim Ausbau der Auslandsgeschäfte den Anschluss verpasst.
"Sie sitzen wie ein Kaninchen vor der Schlange und warten, was passiert", warf Hans-Richard Schmitz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) dem Telekom-Chef vor. Den Aktionärsschützer schmerzt, dass die T-Aktie einfach nicht abhebt und seit Jahren unter ihrem Ausgabekurs (14,32 Euro) beim Börsengang von 1996 dahin dümpelt. Wachstumsfantasien fehlen, sagen Analysten. Zwar ist die gesamte Branche betroffen, doch bei der T-Aktie scheint dies besonders stark ausgeprägt.
WARTEN AUF GROSSEN SPRUNG
Dabei hat Obermann sein Schicksal als Vorstandsvorsitzender auch mit der weiteren Entwicklung der T-Aktie verknüpft und will jetzt durch eine verstärkte Auslandsoffensive dem Papier neues Leben einhauchen. Mit der Neuausrichtung des Unternehmens seien die Grundlagen für eine verbesserte Kursentwicklung gelegt, sagt er. Den Einstieg bei der griechischen Telefongesellschaft OTE umschreibt Obermann unterdessen als Fortsetzung der "disziplinierten Internationalisierungsstrategie" des Unternehmens. Niemand in der Branche könne eine solche Bilanz vorweisen, insgesamt 12 Milliarden Euro habe die Telekom in den vergangenen zwölf Monaten für Zukäufe ausgeben.
Doch Börsianer und Anleger warten auf den großen Sprung. Die Telekom werde sich an keinem Bieterwettbewerb beteiligen, der jede Wertsteigerung zunichte machte, wiegelt Obermann ab. Zu Gerüchten über angebliche Pläne, die Telekom prüfe in den USA die Übernahme des drittgrößten Anbieters Sprint Nextel , äußerte er sich weiterhin nicht. Mit einer Übernahme könnte die Tochterfirma T-Mobile USA auf einen Schlag zum Marktführer aufsteigen. Doch Skeptiker warnen vor allem wegen der unterschiedlichen Technik der Netze vor einem solchen Schritt. Auch an der Börse kamen diese Spekulationen nicht gut an.
NEUER BUND MIT FRANCE TELECOM?
Als möglicher Partner der Telekom ist inzwischen wieder die France Telecom gerückt. Presseberichten zufolge soll sich der Bund, mit 32 Prozent direkt und indirekt größter Anteilseigner des Bonner Unternehmens, für einen solchen Zusammenschluss stark machen. Beide Konzerne waren bereits in den 90er Jahren über die Allianz Global One enger verbunden, bevor die Partnerschaft 1999 durch die Fusionspläne der Telekom mit Telecom Italia zerbrach./ls/DP/edh
--- Von Peter Lessmann, dpa ---
Aktien in diesem Artikel
| Deutsche Telekom 1 | 10,3 | -2,1% | |
| Telecom Italia (Risp) | 0,7 | -1,5% | |
| France Telecom | |||
| Sprint Nextel | 1,3 | -12,5% | |
| Telefonica | 14,3 | -3,1% |
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