07.05.2008 15:12
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HINTERGRUND: US-Investor glücklich mit Chrysler - Neue Initiativen in China

        PEKING (dpa-AFX) - Der amerikanische Investor Cerberus ist "sehr zufrieden" mit Chrysler. Mehrere Monate nach der Übernahme des angeschlagenen US-Autobauers zog der Vorsitzende der Investmentfirma, John Snow, am Mittwoch eine positive Bilanz der Umstrukturierung. "In ein paar Jahren" werde der traditionsreiche Autokonzern auch wieder Gewinne einfahren, sagte der frühere US-Finanzminister, der seit 2006 neben Gründer Stephen Feinberg das weltweit führende Investmenthaus leitet. Die Trennung von Daimler  habe Chrysler gut getan. Der Autobauer will jetzt auch in China und anderen Entwicklungsländern, wo der Markt schneller als in den USA wachse, endlich richtig Gas geben, wie Snow bei einem Besuch in Peking ankündigte.

    Mit der Übernahme durch Cerberus im August 2007 "hat Chrysler sein Unternehmen zurückbekommen, was Energien geschaffen hat." Jetzt könne der Autokonzern auch ohne Rücksicht auf den Aktienmarkt langfristig planen. "Das Umfeld, das ein privates Anlageunternehmen schafft, ist anders als die Kultur von Großunternehmen", sagte Snow. "Man kann sich auf praktische Einzelheiten und Grundzüge des Geschäfts konzentrieren anstatt auf den Quartalsbericht oder die Treffen mit Analysten." Aktienbörsen seien oft skeptisch gegenüber langfristigen Zielen des Managements. "Sie wollen sofort Ergebnisse sehen."

    "Wir bleiben zuversichtlich, dass Chrysler wieder profitabel wird", sagte Snow. "Es ist im Moment ein schwieriges Umfeld in den USA." Sein Unternehmen sei aber überzeugt, dass Chrysler mit der Zeit die Investition belohnen und in die vordere Reihe der profitablen Autounternehmen zurückkehren könne. "Eine Menge Arbeit ist nötig", sagte Snow mit Blick auf die Produktion neuer Autos, den Umbau der Beziehungen zu den Händlern, die Verringerung der Modellzahlen und den Aufbau von Gemeinschaftsunternehmen weltweit.

    Die geplante Gründung eines Joint Venture mit dem aufstrebenden chinesischen Hersteller Chery werde "hoffentlich noch dieses Jahr" beschlossen. "Wir sähen es gerne schnell vorangehen." Es gebe "verschiedene Perspektiven und unterschiedliche Ansichten", sagte Snow. "Idealerweise würden wir gerne mehr Chrysler-Produkte nach China bringen und hier für den chinesischen Markt, für den Markt weltweit und in den USA produzieren."

    Dass Chrysler sich auch nach anderen Kooperationspartnern in China umsehen würde, wenn es mit Chery nicht klappen sollte, verhehlte der Cerberus-Chef nicht. Nur mit dem ehemaligen Chrysler-Joint Venture in Peking scheint er nichts mehr zu tun haben zu wollen. Trotz der Trennung von Daimler und Chrysler steckt diese Kooperation in Peking auch heute noch in der Abwicklung, geht es um Anteile und Lizenzen für die Produktion. 1983 hatte Chrysler mit der Bejing Automotive Holding hier das erste Automobil-Joint Venture in China überhaupt gegründet, das dann in DaimlerChrysler aufging. Die schmerzhafte Pionierarbeit hatte sich aber bis zuletzt nicht richtig ausgezahlt, so dass Snow jetzt den Stuttgartern das Problemkind nur zu gern überlassen will. "Daimler steigt voll in diese Beziehung ein", sagte Snow. "Das fällt dann in deren Verantwortung."/lw/DP/edh

- Von Andreas Landwehr, dpa -

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