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HINTERGRUND: Zehntausende iPhones bei Telekom-Konkurrenz - Neue Strategie?
Auch wenn die Telekom von einem Erfolg spricht, so melden Experten Zweifel an. Denn die Bonner verkauften bis Ende Januar 70.000 iPhone-Geräte - bei rund 100.000 soll die Zahl inzwischen liegen. France Télécom und O2 setzen in den kleineren Märkten Frankreich und Großbritannien deutlich mehr ab. Als einen Grund für die schwächere Entwicklung sieht die Marktforschungsgesellschaft Gartner die Vermarktungsstrategie von T-Mobile. "T-Mobile hat das iPhone über Funktion und Preis am Markt positioniert. Das ist falsch: Besser wäre eine emotionale Kampagne gewesen", sagt Gartner-Analyst Martin Gutberlet.
Das Apple-Handy sei schließlich ein Objekt der Begierde. Das zeigt sich auch daran, dass rund 50.000 iPhones in den Netzen der Telekom-Konkurrenz genutzt werden, wie aus Kreisen der Netzbetreiber verlautet. Schätzungsweise rund jedes dritte iPhone läuft damit bei den Wettbewerbern Vodafone D2, E-Plus und O2. Die Apple-Telefone wurden zumeist aus dem Ausland nach Deutschland eingeführt und entsperrt. Die Freischaltung für andere Netze als das von T-Mobile dauert nach Angaben von Experten nur noch wenige Minuten.
Der schwache Dollar macht besonders Importe aus den USA attraktiv. Bei der Einfuhr nach Deutschland werden zwar pauschal 13,5 Prozent Einfuhrumsatzsteuer fällig - das iPhone ist aber auch damit noch unterm Strich ein Schnäppchen. Der Zoll durchsucht wegen des hohen Grauimports von iPhones inzwischen regelmäßig das Gepäck von USA- Reisenden.
Die exklusive Kooperation von Apple und T-Mobile, die eine Aufteilung der monatlichen Umsätze vorsieht, erhält mit den vielen entsperrten iPhones einen empfindlichen Dämpfer. Denn bei den Telekom-Konkurrenten geht Apple leer aus, was den US-Konzern beunruhigen dürfte. Laut Medienberichten denkt Apple bereits über einen Strategiewechsel nach, der einen freien Verkauf des iPhone vorsieht. Angeblich könnte das iPhone so demnächst in Italien und Belgien an den Markt gehen. Exklusivverträge wie mit der Telekom wären damit Geschichte. Telekom wie auch Apple äußerten sich nicht dazu.
Vielleicht werden schon die kommenden Monate Klarheit schaffen: Zuletzt verdichteten sich Hinweise darauf, dass bald eine UMTS-Version des iPhone vorgestellt wird. Das Fehlen der schnellen Datenübertragung war von iPhone-Skeptikern von Anfang an kritisiert worden. Apple-Chef Steve Jobs verwies darauf, dass die Technologie für die schnellen Datenverbindungen viel Strom verbrauche und damit die Batterielaufzeit einschränke. Die nächste Gelegenheit, ein 3G-iPhone vorzustellen, wäre zum Beispiel bei der Apple-Entwickler-Konferenz am 9. Juni in San Francisco./mur/edh
- Von Martin Murphy, dpa-AFX -
Aktien in diesem Artikel
| Deutsche Telekom | 11,3 | +1,4% | |
| Telefonica | 17,7 | +1,4% | |
| Apple | 114,6 | +2,3% | |
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