Die Heidelberger Druckmaschinen AG (FWB: HDD) hat im Geschäftsjahr
2010/11 (1. April 2010 bis 31. März 2011) Auftragseingang und Umsatz
gegenüber dem Vorjahr gesteigert. Das operative Ergebnis verbesserte
sich deutlich und kehrte nach zwei Verlustjahren in die Gewinnzone
zurück. Damit hat Heidelberg die eigenen Prognosen erfüllt.
"Wir haben im Geschäftsjahr 2010/11 unsere Ziele erreicht und Heidelberg
zurück auf den Wachstumspfad geführt. Dies belegt einmal mehr, dass wir
auf die richtige Strategie setzen: wettbewerbsfähige Produkte und
Dienstleistungen, starke Präsenz in Schwellenländern, Engagement in
weniger zyklischen Bereichen wie Services und Verbrauchsmaterial und den
Ausbau des Geschäfts mit Verpackungsdruckereien. Diese erfolgreiche
Strategie werden wir auch im laufenden Geschäftsjahr konsequent umsetzen
und uns damit unserer Mittelfristplanung von einem Umsatz von mehr als 3
Mrd. Euro und einer Umsatzrendite von über 5 Prozent schrittweise
annähern", sagte Bernhard Schreier, Vorstandsvorsitzender des
Unternehmens.
Der Auftragseingang lag mit insgesamt 2,757 Mrd. Euro rund 16
Prozent über dem Vorjahreswert von 2,371 Mrd. Euro. Rund 140 Mio. Euro
entfielen auf Währungseffekte. Durch die erfolgreichen Messen ExpoPrint
in Brasilien und IPEX in Großbritannien war der Auftragseingang im
ersten Quartal überdurchschnittlich hoch; deswegen fiel er im ersten
Halbjahr auch insgesamt etwas höher aus als im zweiten Halbjahr. In
allen Regionen übertrafen die Auftragseingänge den Vorjahreswert; die
Schwellenländer wuchsen dabei stärker als die Industrieländer.
Der Umsatz der Heidelberg Gruppe stieg um rund 14 Prozent auf
2,629 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,306 Mrd. Euro). Darin enthalten sind rund
135 Mio. Euro Währungseffekte. Da die hohe Dynamik in den
Schwellenländern einen starken Zuwachs der Printmedien-Industrie
begünstigte, hat der Umsatzanteil der Schwellenländer nochmals
zugenommen: Nach 42 Prozent im Vorjahr lag er zum Berichtsjahresende bei
45 Prozent. Hierzu hat neben Brasilien vor allem das sehr hohe Wachstum
in China beigetragen: Der Umsatzanteil Chinas beträgt jetzt rund 16
Prozent gefolgt von Deutschland mit 15 Prozent.
Aufgrund der gestiegenen Deckungsbeiträge und der im Geschäftsjahr
erzielten Einsparungen konnte das operative Ergebnis deutlich verbessert
werden. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit ohne Sondereinflüsse
stieg zum Geschäftsjahresende auf 4 Mio. Euro (Vorjahr: minus 130 Mio.
Euro). Insgesamt fielen im abgelaufenen Geschäftsjahr positive
Sondereinflüsse in Höhe von 2 Mio. Euro an, sodass das Ergebnis der
betrieblichen Tätigkeit nach Sondereinflüssen 6 Mio. Euro betrug.
Das Finanzergebnis fiel mit minus 149 Mio. Euro nochmals unter
den Vorjahreswert von minus 127 Mio. Euro. Ursachen waren sowohl die
hohen Finanzierungskosten als auch die Einmalaufwendungen aus der
Rückführung von Finanzverbindlichkeiten sowie aus der Neustrukturierung
der Finanzierung. Dieser Entwicklung konnte durch die Kapitalerhöhung
und die frühzeitige Rückführung von Finanzverbindlichkeiten
entgegengewirkt werden.
Weil das Ergebnis vor Steuern durch das Finanzergebnis noch sehr stark
belastet wurde, lag der Jahresfehlbetrag bei minus 129 Mio. Euro
(Vorjahr: minus 229 Mio. Euro). Daher wird für das Berichtsjahr der
Hauptversammlung vorgeschlagen, keine Dividende auszuschütten.
Deutlich besser als erwartet entwickelte sich der Free Cashflow:
Er erreichte trotz hoher Restrukturierungsausgaben im Berichtsjahr 75
Mio. Euro. Der Vorjahreswert von minus 62 Mio. Euro wurde um 137 Mio.
Euro übertroffen. Hierzu trugen zum einen der wesentlich verringerte
Jahresfehlbetrag und zum anderen die Erfolge im Management des
Net-Working-Capital bei.
Aufgrund der Kapitalerhöhung und des erheblich verbesserten
Jahresfehlbetrags erreichte Heidelberg zum Bilanzstichtag wieder eine Eigenkapitalquote
von 32,9 Prozent bezogen auf die Bilanzsumme – zum Bilanzstichtag des
Vorjahres hatte sie nur 20,1 Prozent betragen. Gleichzeitig sank die Nettofinanzverschuldung
um knapp zwei Drittel von 695 Mio. Euro im Vorjahr auf 247 Mio. Euro.
"Heidelberg ist wieder mittel- bis langfristig finanziert. Wir haben
unsere Finanzierungsquellen diversifiziert und das Fälligkeitsprofil der
Kredite deutlich optimiert. Dank der umfangreichen
Kostensenkungsmaßnahmen haben wir zudem unsere operative Gewinnschwelle
wie geplant weiter gesenkt und damit unsere Ertragssituation auch für
die Zukunft erheblich verbessert", sagte Dirk Kaliebe, Finanzvorstand
von Heidelberg.
Geschäftsergebnisse in den Sparten Equipment, Services und Financial
Services
In der Sparte Equipment konnte der Umfang der Bestellungen
gegenüber dem Niveau des Vorjahres um 24 Prozent auf 1.642 Mio. Euro
gesteigert werden. Währungsbereinigt liegt der Zuwachs bei 19 Prozent.
Auch der Umsatz der Sparte legte deutlich um 19 Prozent auf 1.516 Mio.
Euro zu, währungsbereinigt um 14 Prozent. Das Ergebnis der betrieblichen
Tätigkeit ohne Sondereinflüsse verbesserte sich von minus 153 Mio. Euro
aus dem Vorjahr auf minus 98 Mio. Euro. Positiv auf das Ergebnis wirkten
sich der Umsatzanstieg und daraus resultierende Deckungsbeiträge sowie
die umgesetzten Einsparungen aus.
In der Sparte Services nahm der Auftragseingang um 6 Prozent auf
1.099 Mio. Euro zu. Der Umsatz der Sparte stieg um 8 Prozent auf 1.097
Mio. Euro, währungsbereinigt war es 1 Prozent. Vor allem der
Verbrauchsmaterialbereich stieg deutlich stärker als im Vorjahr an. Das
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit der Sparte ohne Sondereinflüsse
profitierte spürbar von den Einsparungen aus der Neuorganisation und
verbesserte sich auf 84 Mio. Euro nach 12 Mio. Euro im Vorjahr.
In der Sparte Financial Services sank der Umsatz auf 16 Mio. Euro
(Vorjahr: 19 Mio. Euro). Aufgrund der verbesserten Rahmenbedingungen in
der Branche sowie einem intensiven Forderungsmanagement stieg das
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit der Sparte ohne Sondereinflüsse auf
18 Mio. Euro (Vorjahr: 11 Mio. Euro).
Insgesamt ging die Zahl der Mitarbeiter im Berichtsjahr um 668
zurück. Zum 31. März 2011 waren weltweit 15.828 Mitarbeiter bei der
Heidelberg Gruppe beschäftigt (Vorjahr: 16.496 Mitarbeiter). Unterjährig
wurden Kapazitätsüberhänge durch Kurzarbeit abgefedert. Auch im
laufenden Jahr werden weiterhin flexible Arbeitszeitinstrumente zur
Kapazitätssteuerung eingesetzt.
Ausblick: Bei stabiler gesamtwirtschaftlicher Entwicklung
ausgeglichenes Vorsteuerergebnis im Geschäftsjahr 2011/12 angestrebt
Das mittelfristige Umsatzziel, das Heidelberg in den kommenden zwei bis
drei Jahren anstrebt, liegt bei über 3 Milliarden Euro im Jahr. Bei
einer insgesamt stabilen Entwicklung rechnet Heidelberg damit, sich im
laufenden und im nächsten Geschäftsjahr diesem Ziel schrittweise zu
nähern – der Umsatzzuwachs im Folgejahr sollte durch die drupa 2012 und
die weitere Erholung der Printmedien-Industrie größer als im laufenden
Geschäftsjahr ausfallen. Wie im Berichtsjahr wird das Wachstum in der
Sparte Heidelberg Equipment voraussichtlich höher sein als in der
weniger konjunkturabhängigen Sparte Heidelberg Services; das direkt
finanzierte Portfolio in der Sparte Heidelberg Financial Services will
Heidelberg weiterhin so gering wie möglich halten.
Die operative Gewinnschwelle konnte in den letzten Jahren drastisch
abgesenkt werden und so im Berichtsjahr ein operativ ausgeglichenes
Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit ohne Sondereinflüsse erzielt
werden; daher erwartet das Unternehmen im laufenden und im folgenden
Geschäftsjahr bei steigendem Geschäftsvolumen ein verbessertes
betriebliches Ergebnis. Mittelfristig strebt Heidelberg bei einem Umsatz
von mehr als 3 Milliarden Euro eine Umsatzrendite von über 5 Prozent an.
Dank der stark verringerten Verschuldung wird das Finanzergebnis
wesentlich weniger belastend wirken als im Berichtsjahr.
Bei einer stabilen Entwicklung der gesamtwirtschaftlichen
Rahmenbedingungen und der Branche strebt Heidelberg im laufenden Geschäftsjahr
2011/12 – auf Basis eines höheren operativen Ergebnisses und des
geringeren Finanzierungsaufwands – ein ausgeglichenes Vorsteuerergebnis
an. Wenn sich die positiven Tendenzen im drupa-Jahr fortsetzen, rechnet
das Unternehmen im Geschäftsjahr 2012/13 mit einem positiven
Nachsteuerergebnis.
Weitere Informationen über das Unternehmen finden Sie unter www.heidelberg.com.
Der Geschäftsbericht 2010/11 kann am 16. Juni 2011 ab 7:00 Uhr unter www.heidelberg.com
abgerufen werden.
Weitere Termine:
Die Veröffentlichung der Zahlen zum 1. Quartal für das Geschäftsjahr
2011/12 ist für den 9. August 2011 vorgesehen.
Wichtiger Hinweis:
Diese Erklärung enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, welche auf
Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung der Heidelberger
Druckmaschinen Aktiengesellschaft beruhen. Auch wenn die
Unternehmensleitung der Ansicht ist, dass diese Annahmen und Schätzungen
zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die
künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen
aufgrund vielfältiger Faktoren erheblich abweichen. Zu diesen Faktoren
können beispielsweise die Veränderung der gesamtwirtschaftlichen Lage,
der Wechselkurse und der Zinssätze sowie Veränderungen innerhalb der
grafischen Industrie gehören. Die Heidelberger Druckmaschinen
Aktiengesellschaft übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung
dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten
tatsächlichen Ergebnisse mit den in dieser Presseerklärung geäußerten
Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.
