10.07.2008 05:40
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Heidelberg erwartet schwierige Marktbedingungen und verabschiedet umfassendes Maßnahmenpaket zur Kostenverbesserung
Die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) (FWB: HDD) geht wie die
meisten Branchenexperten nach der drupa davon aus, dass die
Druckmaschinenbranche vor einer anhaltenden Seitwärtsbewegung steht.
Zwar gibt es weiterhin intakte Wachstumssegmente und dynamische
Teilmärkte – zum Beispiel den Verpackungsdruck –
dennoch überwiegen die nachteilig wirkenden Faktoren. Mit einem
spürbaren Aufschwung der Branche rechnet Heidelberg vorerst nicht. So
ist das aktuelle Marktumfeld von Heidelberg neben den schwierigen
konjunkturellen Parametern und den Wechselkurseinflüssen u.a. von rasant
steigenden Rohstoffpreisen – insbesondere bei
Stahl und Energie – gekennzeichnet, die die
wirtschaftliche Lage aller Marktteilnehmer der Branche nachhaltig
belasten.
Vorläufige Ergebnisse des 1. Quartals
Die schwierigen Rahmenbedingungen haben sich auch in den vorläufigen
Ergebnissen des ersten Quartals 2008/09 (1. April bis 30. Juni 2008)
niedergeschlagen. So erzielte Heidelberg im ersten Quartal einen
vorläufigen Umsatz zwischen 640 Mio. und 660 Mio. Euro (Vorjahr: 742
Mio. Euro). Die im Vergleich zum Vorjahr rückläufige Umsatzentwicklung
verbunden mit den zusätzlichen Kostenbelastungen wird für Heidelberg -
wie bereits angekündigt - ein negatives Quartalsergebnis zur Folge
haben. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit wird nach vorläufigen
Berechnungen bei minus 35 Mio. bis minus 40 Mio. Euro liegen (Vorjahr:
26 Mio. Euro). Der Free Cash-Flow wird im ersten Quartal aufgrund der
Verbuchung des Kaufpreises für HiTech Coatings, des drupa-Aufwandes und
des rückläufigen Umsatzes mit minus 200 Mio. bis minus 220 Mio. Euro
deutlich unter dem Vorjahreswert liegen (Vorjahr: minus 81 Mio. Euro).
drupa-Auftragseingänge über den Erwartungen
Erfreulich war der vorläufige Auftragseingang im ersten Quartal. So
konnte Heidelberg Aufträge zwischen 1,1 Mrd. und 1,15 Mrd. Euro
(Vorjahr: 934 Mio. Euro) realisieren. Dies ist im Zuge der
Branchenleitmesse drupa, die im ersten Quartal maßgeblich zum guten
Auftragseingang beigetragen hat, zufriedenstellend. Die Positionierung
von Heidelberg im Verpackungsdruckmarkt und als Dienstleister auch für
Verbrauchsmaterialien auf der drupa war erfolgreich. Die Einführung des
neuen ganz großen Formats stieß auf außergewöhnlich großes Interesse.
Die auf der Messe erzielten Abschlüsse werden sich schwerpunktmäßig im
Umsatz des zweiten und dritten Quartals niederschlagen.
Für das zweite und dritte Quartal 2008/09 rechnet Heidelberg auf Basis
der drupa-Aufträge mit einer Steigerung bei Umsatz und Ergebnis
gegenüber dem Vorquartal.
Für das Gesamtjahr 2008/09 geht das Unternehmen davon aus, bei Umsatz
und Betriebsergebnis unter dem Vorjahr zu liegen.
Eine zuverlässige Prognose zu den wesentlichen Kennzahlen für das
gesamte Geschäftsjahr 2008/09 wird aufgrund der unsicheren weltweiten
Konjunkturentwicklung und des volatilen Marktumfeldes erst im weiteren
Verlauf des Jahres möglich und spätestens mit den Halbjahresergebnissen
Anfang November veröffentlicht.
Umfassendes Maßnahmenpaket mit vier wesentlichen Bausteinen
Der Vorstand bekräftigt den eingeschlagenen Wachstumspfad in Richtung
Verpackungsdruck und Dienstleistungen für die Printmedien-Industrie. Für
die nächsten Monate ist keine Reduzierung der Produktionskapazitäten
vorgesehen, die über die Flexibilitätsvereinbarungen hinausgeht.
Um den insgesamt steigenden Kostenbelastungen entgegenzutreten, hat der
Vorstand von Heidelberg ein umfassendes Paket zur Kostenverbesserung
erarbeitet, das umgehend umgesetzt wird. Die vier wesentlichen Säulen
des Programms sind die Reduzierung des F&E-Aufwands, die
Restrukturierung der Postpress-Packaging-Aktivitäten, die deutliche
Steigerung des Einkaufsvolumens außerhalb des Euro-Raumes und die
Stärkung der internationalen Produktionsstandorte sowie eine deutliche
Reduzierung der Strukturkosten.
Insgesamt sollen damit Einsparungen in Höhe von rund 100 Mio. Euro bis
2010/11 realisiert werden. Ein großer Anteil davon –
75 Mio. Euro – soll innerhalb der nächsten 18
Monate erreicht werden. Zunächst wird das Maßnahmenpaket im laufenden
Geschäftsjahr 2008/09 zu weiteren Belastungen in Höhe von rund 70 Mio.
Euro auf der Ergebnisseite führen; weitere Belastungen von 30 Mio. Euro
werden bis 2010/11 folgen.
Der Vorstandsvorsitzende von Heidelberg, Bernhard Schreier, betont die
Dringlichkeit der Maßnahmen: "Neben der
Branchenmesse drupa, die alles in allem zufriedenstellend einzuschätzen
ist, haben wir parallel intensiv an der Überprüfung unserer mittel- bis
langfristigen Strategie gearbeitet. Dabei hat sich klar abgezeichnet,
dass wir aufgrund der insgesamt steigenden Kostenbelastungen eine
weitere deutliche Anpassung unserer Kostenstruktur vornehmen müssen. Das
verabschiedete Maßnahmenpaket berücksichtigt alle wesentlichen
Stellschrauben." Reduzierung des F&E-Aufwands
Heidelberg wird unverzüglich Veränderungen im Bereich F&E vornehmen.
Mittels Effizienzsteigerungen und Zusammenlegung von
Entwicklungsaktivitäten sollen Kosten in Höhe von mindestens 25 Mio.
Euro eingespart werden. Das ist ein Rückgang gegenüber den heutigen
Ausgaben von gut 10 Prozent. Auch die Konsolidierung von F&E-Standorten
wird dabei zur Kostenreduzierung beitragen. Mittelfristig soll der
F&E-Aufwand auf weniger als 5 Prozent des Gesamtumsatzes reduziert
werden.
Restrukturierung der Postpress-Packaging-Aktivitäten
In den nächsten drei Jahren wird Heidelberg den Bereich Postpress
Packaging restrukturieren. Bis 2010/11 soll im gesamten Bereich
Postpress das Ergebnis um 20 Mio. Euro verbessert werden. Dies soll über
eine Zusammenlegung von Produktionskapazitäten, die Verlagerung von
Teilbereichen in die Slowakei sowie die Neustrukturierung von
Entwicklungstätigkeiten innerhalb dieses Produktbereiches erreicht
werden. Das Marktsegment Verpackung – wie
auch die Verstärkung der Aktivitäten im Bereich Services und Consumables –
stellt in einem sich abkühlenden Markt weiterhin einen Wachstumstreiber
dar. Das Erschließen dieses Potenzials soll die Zyklizität weiter
abschwächen und die Umsatz- und Ergebnisseite stärken.
Ausbau des Einkaufs und der Produktion außerhalb der Euro-Zone
Auch die Intensivierung der Einkaufsaktivitäten im Nicht-Euro-Raum und
die Verstärkung der ausländischen Produktion werden positive Effekte
haben. Insgesamt soll das Einkaufsvolumen außerhalb des Euro-Raums von
derzeit rund 40 Mio. Euro auf knapp 200 Mio. Euro im Jahr 2010/11
ausgebaut werden. Daneben wird auch die Produktion im Ausland weiter
forciert. Die Werke in China und der Slowakei sollen ausgebaut werden.
Zudem ist beabsichtigt, die Produktion einer Druckmaschine im
Kleinformat in das US-amerikanische Werk zu verlagern, da sich dort der
größte Absatzmarkt für dieses Produkt befindet. Insgesamt resultieren
aus diesen Maßnahmen kostenwirksame Effekte von rund 15 Mio. Euro.
Senkung der Strukturkosten
Ergänzend plant Heidelberg Strukturkosten zu senken. In den nächsten 24
Monaten will das Unternehmen indirekte Kosten in Höhe von 40 Mio. Euro
einsparen. Rund 10 Mio. Euro davon sollen bereits im laufenden
Geschäftsjahr erreicht werden.
Das gesamte Maßnahmenpaket zur Kostenverbesserung wird auch Auswirkungen
auf die Belegschaftszahl der Heidelberg-Gruppe haben. Unter
Beibehaltung des bis 2012 geltenden Zukunftssicherungsvertrages und
vorbehaltlich der Gespräche mit den Arbeitnehmervertretungen werden im
Rahmen sozialverträglicher Maßnahmen bis Ende des Geschäftsjahres
2010/11 weltweit rund 500 Stellen gestrichen. Zum 31. März 2008
beschäftige die Heidelberg-Gruppe weltweit 19.596 Mitarbeiter.
Weitere Informationen über das Unternehmen finden Sie unter www.heidelberg.com.
Wichtiger Hinweis:
Diese Presseerklärung enthält in die Zukunft gerichtete Aussagen, welche
auf Annahmen und Schätzungen der Unternehmensleitung der Heidelberger
Druckmaschinen Aktiengesellschaft beruhen. Auch wenn die
Unternehmensleitung der Ansicht ist, dass diese Annahmen und Schätzungen
zutreffend sind, können die künftige tatsächliche Entwicklung und die
künftigen tatsächlichen Ergebnisse von diesen Annahmen und Schätzungen
aufgrund vielfältiger Faktoren erheblich abweichen. Zu diesen Faktoren
können beispielsweise die Veränderung der gesamtwirtschaftlichen Lage,
der Wechselkurse und der Zinssätze sowie Veränderungen innerhalb der
grafischen Industrie gehören. Die Heidelberger Druckmaschinen
Aktiengesellschaft übernimmt keine Gewährleistung und keine Haftung
dafür, dass die künftige Entwicklung und die künftig erzielten
tatsächlichen Ergebnisse mit den in dieser Presseerklärung geäußerten
Annahmen und Schätzungen übereinstimmen werden.