HAMBURG/ESSEN (dpa-AFX) - Der Geschäftsführer der "WAZ"- Mediengruppe, Bodo Hombach, hat die Bundesregierung aufgefordert, als Hauptaktionär der Post Pläne des Unternehmens für eine Gratiszeitung zu stoppen. "Nach der Bananenrepublik-Posse um den Mindestlohn sollte die Bundesregierung ein für alle Mal klarstellen, dass sie einer solchen Staatszeitung ihre Zustimmung nicht geben wird", sagte Hombach dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".
Für die "WAZ"-Gruppe schloss Hombach aus, mit der Post eine Gratiszeitung auf den Markt zu bringen. "Wir werden das nicht machen", zitierte ihn der "Spiegel", trotz einer Logistikkooperation mit der Post. Auf Anfrage ließ Hombach erklären, die "WAZ"- Mediengruppe habe gute Erfahrungen als Logistikpartner der Post gesammelt und wolle das ausbauen. Entgegen anderslautenden Gerüchten sei das Haus aber anständigerweise von der Post gar nicht erst gefragt worden, ob es bei einer Gratiszeitung mitmachen wolle.
In der Branche wird spekuliert, die Post wolle Pläne für eine Gratiszeitung mit Unterstützung von Verlagen verwirklichen. Genannt wurde dabei auch die "WAZ". Postsprecher Martin Dopychai sagte der dpa: "Die Deutsche Post wollte und will keine Gratiszeitung herstellen und herausgeben. Wir wollen nicht verlegerisch tätig werden." Der früherer Postchef Klaus Zumwinkel hatte im Oktober des vergangenen Jahres kurz vor der Öffnung des Briefmarktes gesagt, die Post könne neue Produkte anbieten, um Konkurrenten zu schwächen. Dazu könne möglicherweise auch der Vertrieb einer Gratiszeitung gehören./wä/DP/he