22.07.2008 10:15
Drucken |

Schrift:

IKB erhält weitere Liquiditätsspritze der KfW - Kapitalerhöhung verzögert sich

        DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die angeschlagene Mittelstandsbank IKB erhält eine weitere Liquiditätsspritze der staatlichen KfW Bankengruppe. Um die Zeit bis zur geplanten Kapitalerhöhung zu überbrücken stelle die KfW eine weitere besicherte Liquiditätslinie von 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung, teilte die IKB am Dienstag in Düsseldorf mit. Der entsprechende Vertrag sei am Montag unterzeichnet worden. Die Höhe entspricht dem von der IKB angepeilten Erlös aus der dringend benötigten Kapitalerhöhung. Mit den bisher für August eingeplanten Mittelzuflüssen sei nicht vor September zu rechnen.

    Die im März beschlossene Kapitalerhöhung werde durch die Prüfung der EU-Kommission weiter verzögert, hieß es. Mit einer Entscheidung rechnet die IKB im September oder Oktober. Beigelegt worden sind nach IKB-Angaben dagegen die Klagen von Aktionären, die die Kapitalerhöhung bisher behindert hatten. Die letzten acht Verfahren seien am Montag durch Vergleich beendet worden.

EU-PRÜFUNG

    Die EU-Kommission prüft, ob es sich bei der Kapitalerhöhung um eine verdeckte Subvention handele. Grund ist die Zusage der staatlichen KfW, für bis zu 1,25 Milliarden Euro neue IKB-Aktien zu zeichnen. Der Anteil der KfW an der IKB könnte dadurch von 45,5 auf rund 90 Prozent steigen. KfW, Bund und Bankenwirtschaft mussten bislang rund 8,5 Milliarden Euro Risiken abdecken, um die IKB vor der Pleite zu bewahren. Die Hauptlast schulterte die KfW.

    Im ersten Geschäftsquartal 2008/2009 (30. Juni) rechnet die IKB auf Grundlage vorläufiger Berechnungen mit neuen Bewertungsverlusten auf bestimmte Verbindlichkeiten von 500 Millionen Euro. Der vollständige Quartalsbericht werde sich aber voraussichtlich bis in den September hinein verzögern. Ursprünglich war der Bericht für den 13. August geplant. Die IKB hatte bereits in den vergangenen Quartalen ihre Zwischenberichte immer wieder verschoben./fj/she/wiz

Aktien in diesem Artikel

Wie beurteilen Sie die Leistung von Bundeskanzlerin Merkel und Finanzminister Steinbrück in der aktuellen Finanzkrise?
Sehr gut
Gut
Zufriedenstellend
Ausreichend
Mangelhaft
Ungenügend




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige