08.05.2008 10:30
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INTERVIEW/Finanzkrise prallt bislang an Demag Cranes ab

   DÜSSELDORF (Dow Jones)--Die Demag Cranes AG bekommt von den Auswirkungen der internationalen Finanzkrise bislang wenig zu spüren. "Wir leben zwar nicht in einer Parallelwelt, aber die Stimmung weltweit unser unseren Kunden ist gut", sagte der Vorstandsvorsitzende des Kranbauers, Harald Joos, am Donnerstag im Gespräch mit Dow Jones Newswires.

   Der Hersteller von Industriekranen, Krankomponenten und Hafentechnologie profitierte zu Jahresbeginn von der robusten Konjunktur im Maschinenbau und vom boomenden Containergeschäft und hat die Prognose für das Gesamtjahr angehoben.

   Selbst der im Vergleich zum Euro schwache US-Dollar und steigende Rohstoffpreise hinterließen bislang kaum Spuren. "Ein durchschnittlicher Dollarkurs von 1,50 kostet uns 5 Mio bis 7 Mio EUR im Geschäftsjahr", sagte Joos. Dabei profitiere Demag Cranes davon, dass immer mehr Kunden wie Hafenbetreiber in Euro abrechnen.

   Die steigenden Rohstoff- und Energiepreise würden alle treffen, sagte der Manager. Auf die Frage, ob die höheren Kosten an die Kunden weitergereicht werden könnten, antwortete Joos: "Das ist unseren Kunden bewusst."

   Die Probleme in der Hafentechnik, die im vergangenen Jahr zu der Gewinnwarnung geführt hatten, sieht Joos inzwischen im Griff. Die Düsseldorfer haben sich zum Ziel gesetzt, 15 Mio EUR im nächsten Geschäftsjahr einzusparen. "Hier liegen wir voll im Plan", sagte Joos. Vier von fünf Maßnahmenpakete zur Senkung der Kosten seinen bereits umgesetzt und wirkten sich schon jetzt positiv auf das Ergebnis aus.

   Die Hafentechnik profitiert vom wachsenden Warenverkehr. Branchenexperten rechnen hier in den kommenden zwei Jahren mit zweistelligen Steigerungsraten. 90% der Güter werden per Container verschifft. Der Kranbauer musste im vergangenen Jahr zurückrudern: Das Unternehmen hatte versucht, die Modelle zu standardisieren, was der Kunde jedoch nicht honorierte.

   Um künftig stärker vom Wachstum der Schwellenländer zu profitieren, schließt Joos Übernahmen nicht aus. "Nachdem wir unsere Verschuldung in den vergangenen Jahren deutlich gesenkt haben, sind nun auch Zukäufe denkbar". Details zur Region, dem Geschäftsfeld oder der Größe möglicher Kandidaten wollte er nicht nennen. Priorität habe jedoch das organische Wachstum, sagte er.

   Demag Cranes will mittelfristig 40% seines Umsatzes in Brasilien, Russland, China und Indien erwirtschaften. Bislang sind es rund 25%.

Webseite: http://www.demagcranes.de

- Von Katharina Becker, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 112, katharina.becker@dowjones.com

DJG/kat/brb

(END) Dow Jones Newswires

   May 08, 2008 04:28 ET (08:28 GMT)

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