18.07.2008 17:06
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IT-Riesen trotzen schwacher US-Konjunktur - Anleger erwarten mehr

        NEW YORK (dpa-AFX) - Führende IT-Konzerne wie Microsoft   und Google   trotzen dank eines starken internationalen Geschäfts der schwachen Konjunktur auf dem US-Heimatmarkt. Erkennbare Bremsspuren in den neuesten Zahlen zum vergangenen Quartal verunsicherten am Freitag aber die Anleger. Die Aktien büßten im US-Handel deutlich zwischen acht und neun Prozent ein und damit weit stärker als der NASDAQ-100-Index .

    Google und Microsoft hatten die Zahlen am Donnerstag nach US- Börsenschluss in einem Schwung mit Schwergewicht IBM   und dem schwächelnden Intel-Konkurrenten Advanced Micro Devices (AMD)   vorgelegt. Während das Geschäft bei IBM brummt, meldete AMD einen Milliardenverlust und wechselte den Chef aus. Die meisten IT-Unternehmen profitieren wie auch andere US- Konzerne in Zeiten einer schwachen US-Konjunktur von der robusten Nachfrage aus dem Ausland und dem niedrigen Dollar-Kurs.

EXPERTEN ERWARTEN ABSCHWÄCHUNG

    Der Internet-Riese Google steigerte den Gewinn im zweiten Quartal um 35 Prozent auf 1,25 Milliarden Dollar und den Umsatz um 39 Prozent auf 5,37 Milliarden Dollar (3,39 Mrd Euro). Die Anleger ließen die Aktie des Suchmaschinen-Spezialisten trotzdem um mehr als 7 Prozent auf 495,45 Dollar fallen. Google verfehlte noch höhere Markterwartungen, unter anderem beim Gewinn je Aktie. Zudem sehen Experten Anzeichen für eine Abschwächung des rasanten Wachstums. Unter anderem lege das Kerngeschäft von Google - die Klicks auf Anzeigen im Umfeld der Internet-Suche - nicht mehr so schnell zu wie bisher. Google-Chef Eric Schmidt räumte ein, das wirtschaftliche Umfeld sei mehr zu einer Herausforderung geworden.

    Microsoft profitiert weiter von guten Geschäften mit seinem Betriebssystem Windows. Der Überschuss kletterte im Ende Juni abgeschlossenen vierten Geschäftsquartal um 42 Prozent auf 4,3 Milliarden Dollar. Der Umsatz legte im Jahresvergleich auch dank der Dollar-Schwäche um 18 Prozent auf 15,8 Milliarden Dollar zu. Es war vor allem der Ausblick auf das angebrochene Geschäftsjahr, der die Anleger enttäuschte. Der Konzern räumte ein, dass die schwache US- Konjunktur das Geschäft bremst. Die Kunden achteten auf jeden Cent, sagte Finanzchef Chris Liddell. Die Aktie fiel am Freitag zum Start um rund 5 Prozent auf 26,16 Dollar.

AMD MIT FAST VERDOPPELTEM VERLUST

    Den Chiphersteller AMD plagen dagegen ganz andere Probleme. Der Verlust des Intel-Konkurrenten verdoppelte sich im zweiten Quartal im Jahresvergleich fast auf 1,2 Milliarden Dollar. AMD führt das Minus größtenteils auf das Geschäft mit Chips für mobile Geräte und TV- Technik zurück. Mit dem 46-jährigen Dirk Meyer, der bisher für das operative Geschäft zuständig war, soll nun ein neuer Konzernchef das Ruder herumreißen. Der langjährige AMD-Boss Hector Ruiz soll den Vorsitz im Verwaltungsrat behalten. Rückendeckung bekam AMD am Donnerstag von der EU-Kommission, die gegen Intel weitere Wettbewerbsvorwürfe erhob. Die Brüsseler Kartellwächter werfen dem unangefochtenen Marktführer unfaire Wettbewerbspraktiken gegenüber AMD vor. Die AMD-Aktie verlor ebenfalls leicht.

    IBM konnte dagegen dank eines starken internationalen Geschäfts Umsatz und Gewinn überraschend kräftig steigern. Unter dem Strich verdiente IBM besonders dank seiner erfolgreichen Servicesparte 2,8 Milliarden Dollar und damit 22 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg auch wegen des schwachen Dollar um knapp 13 Prozent auf 26,8 Milliarden Dollar. IBM rechnet nun für das Gesamtjahr mit mehr Gewinn als bisher. Die Aktie lag zu Handelsbeginn ebenfalls im Plus./so/fd/DP/ck

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