20.12.2007 14:06
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IWH senkt Wachstumsprognosen für Deutschland 2007 und 2008 - Aufschwung stockt

        HALLE (dpa-AFX) - Auch das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) hat wegen der Finanzmarktturbulenzen seine Wachstumsprognosen für Deutschland für 2007 und 2008 gesenkt. Der Aufschwung in Deutschland stocke, teilte das Forschungsinstitut am Donnerstag in Halle mit. Die Experten erwarten 2008 aber nur eine konjunkturelle Delle. 2009 dürfte der Aufschwung sein Spätstadium erreichen. Insgesamt prognostiziert das IWH für 2008 ein Wachstum von 1,7 Prozent, nach 2,5 Prozent 2007. Im Sommer hatten die Forscher für 2008 noch 2,5 Prozent, nach 2,6 Prozent im laufenden Jahr veranschlagt. 2009 dürfte sich das Wirtschaftswachstum der Prognose zufolge auf 2,0 Prozent beschleunigen.

 

    Mit der im kommenden Jahr zu erwartenden Abschwächung sei der Aufschwung aber nicht beendet, sondern lediglich unterbrochen, schreiben die Forscher. Die gegenseitige Verstärkung der konjunkturellen Impulse von Exportgeschäft, Investitionstätigkeit und Konsum dürfte 2008 schwach ausfallen. Damit lasse die Dynamik der gesamtwirtschaftlichen Aktivität zunächst nach. Nach dem Schwinden der Schocks dürfte sich die konjunkturelle Aufwärtsbewegung in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 aber wieder verstärken. 2009 dürfte sich der Aufschwung dann fortsetzen.      FORTWÄHRENDER BESCHÄFTIGUNGSAUFBAU

 

    Das Vertrauen der deutschen Wirtschaft in die Fortsetzung der konjunkturellen Aufwärtsentwicklung werde auch am fortwährenden Beschäftigungsaufbau deutlich, betonen die Forscher. Dieser dürfte sich auch während der kurzzeitigen wirtschaftlichen Schwäche fortsetzen. Allerdings dürfe die Politik die erreichte Flexibilität am Arbeitsmarkt nicht weiter untergraben. Die Einführung branchenspezifischer Mindestlöhne und die Verlängerung der Bezugsdauer von Arbeitslosengeld für ältere Arbeitnehmer seien "der falsche Weg". Auch die Festlegung eines Mindeststundenlohns in Höhe von nur fünf Euro brächte reichlich zwei Millionen Arbeitsplätze in Gefahr, darunter 750.000 in Ostdeutschland, mahnen die Forscher.

 

    Die jüngsten Erfolge böten eine gute Grundlage, um das Erreichte für die Zukunft auszubauen. Zur Zeit geschehe aber eher das Gegenteil. "Nicht nur der Reformdruck, sondern auch der Reformwille hat nachgelassen", betont das IWH. Die Politik sei zur Zeit eher damit beschäftigt, die nur unter harten Einschnitten erkämpften Gewinne zu verteilen, statt sie in die Zukunft zu investieren./jha/bf

 



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