09.07.2008 14:18
Drucken |

Schrift:

Industrie klagt über hohe Stahlpreise - Gefahr für Konjunktur

        FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Preissprünge bei Energie und Stahl gefährden nach Einschätzung der Industrie die deutsche Konjunktur. Stahl müsse unbeschränkt und "zu angemessenen Preisen" zur Verfügung stehen, forderten die großen Industrieverbände der stahlverarbeitenden Branchen (Auto, Bau, Maschinenbau, Schiffbau und Elektro) am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung. Die Verbände appellierten an die Bundesregierung und die EU-Kommission, den Wettbewerb nicht künstlich einzuschränken. Sie sprachen sich gegen Schutzzölle für Flachstahl und gegen Fusionen von Unternehmen der Eisenerzindustrie aus.

    "Die enorm gestiegenen Rohstoff-, Energie- und Stahlpreise stellen die deutsche Industrie derzeit vor besondere Herausforderungen", schrieben die Verbände. "Die Politik muss faire Rahmenbedingungen schaffen." Politisch begründete Eintrittsbarrieren auf dem europäischen Markt und Zusammenschlüsse auf den sehr engen Erz- und Kokskohlemärkten gefährdeten die konjunkturelle Entwicklung. "Daher fordern wir die Europäische Kommission auf, dem Zusammenschluss der Unternehmen BHP Billiton und Rio Tinto nicht zuzustimmen", hieß es in der Erklärung.

    Die Verbände sind verärgert darüber, dass die Stahlindustrie in jüngster Zeit die Preissteigerungen der Vorstoffe voll auf die Kunden übergewälzt habe. Dadurch gebe es für Firmen keine Planungssicherheit mehr, vielen würden reduzierte Mengen geliefert und sie müssten länger warten.

    Unterzeichnet wurde die Erklärung vom Hauptverband der deutschen Bauindustrie, Verband der Automobilindustrie, Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), Verband für Schiffbau und Meerestechnik, Wirtschaftsverband Stahl- und Metallverarbeitung, Wirtschaftsverband Stahlbau und Energietechnik (SET) und dem Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI)./mt/DP/stw

Kommentare zu diesem Artikel

Geben Sie jetzt einen Kommentar zu diesem Artikel ab.
Wie beurteilen Sie die Leistung von Bundeskanzlerin Merkel und Finanzminister Steinbrück in der aktuellen Finanzkrise?
Sehr gut
Gut
Zufriedenstellend
Ausreichend
Mangelhaft
Ungenügend




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige