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26.06.2008 16:52
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KORREKTUR/ROUNDUP 2: Porsche verlagert Boxster-Produktion nach Österreich

        (Korrigiert wird im vierten Absatz, siebte Zeile: Es muss Cayman rpt Cayman heißen statt Cayenne)

    (neu: Reaktion Karmann)

    STUTTGART (dpa-AFX) - Der Sportwagenbauer Porsche   verlagert 2012 die Produktion seiner Modelle Boxster und Cayman von Finnland nach Österreich. Man habe nach einer Ausschreibung den Fahrzeugbauer Magna Steyr in Graz als künftigen Auftragsfertiger ausgewählt, teilte Porsche am Donnerstag in Stuttgart mit. Die Österreicher hätten das finanziell attraktivste Angebot unterbreitet. Für den finnischen Autobauer Valmet und seine 790 Mitarbeiter dürften damit schwere Zeiten anbrechen, denn Porsche ist derzeit der einzige Kunde. Nach Informationen der Zeitschrift "auto motor und sport" hatte sich auch Karmann in Osnabrück um den Auftrag beworben. Auch eine Lösung zusammen mit VW sei verworfen worden. Diese Angaben wollte ein Porsche-Sprecher nicht kommentieren.

    Karmann habe sich nicht um den Auftrag beworben und sei darüber auch nicht informiert worden, sagte ein Sprecher des angeschlagenen Osnabrücker Unternehmens. "Karmann hat nicht gewusst, dass dieser Auftrag auf dem Markt ist", sagte er. Die niedersächsische Landesregierung wollte sich zu dem Thema am Donnerstag nicht äußern. Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hatte sich in den vergangenen Monaten bei der Automobilwirtschaft und vor allem im VW-Konzern mit Nachdruck für die Vergabe eines Auftrages an Karmann eingesetzt. Das Land ist wie Porsche einer der Haupt-Anteilseigner der Volkswagen  AG .

'NICHT NUR FINANZIELLE GRÜNDE'

    Holger Härter, stellvertretender Vorstandschef der Porsche SE, nannte nicht nur finanzielle Gründe für den Auftrag an die Magna Steyr Fahrzeugtechnik AG & Co KG  . Den Ausschlag habe auch die hohe Entwicklungskapazität und -kompetenz gegeben. Härter dankte Valmet dafür, bislang mehr als 200.000 Sportwagen in hervorragender Qualität gebaut zu haben. Die Zusammenarbeit besteht seit 1997.

    Die Porsche-Einstiegsmodelle vom Typ Boxster und dem darauf basierenden Cayman, die ab 2012 in Graz gebaut werden, dürften die neue Modellgeneration sein. Porsche wollte sich dazu aber nicht äußern. Mit der Zusammenarbeit mit Magna Steyr werde das Modell der "atmenden Fabrik" fortgeführt. Dies bedeutet, das Auftragsumfänge je nach Auslastung des Stammwerks in Stuttgart-Zuffenhausen von Porsche auch zurückgeholt werden können. Derzeit ist Zuffenhausen mit der Produktion des 911er voll ausgelastet. Deshalb werden alle Boxster und Cayman in Finnland gebaut. Sollten im Stammwerk wegen schwächerer Nachfrage nach dem 911er Kapazitäten frei werden, wird ein Teil der Boxster-Produktion entsprechend heimgeholt.

    Porsche-Kreise wiesen darauf hin, dass eine solche Fertigung sich am einfachsten mit einem Auftragsfertiger durchführen lasse, der wie Magna gut mit dem Bau anderer Modelle ausgelastet sei und deshalb selber seine Belegschaft besser anpassen könne. Dies sei bei Valmet und Karmann nicht der Fall. Magna Steyr hat bald freie Kapazitäten, weil laut "auto motor und sport" Nachfolgeaufträge von BMW und Saab nicht gewonnen werden konnten. Dafür bekam der österreichische Autobauer neue Aufträge von Aston Martin, Mini und Peugeot, die aber nicht so große Umfänge haben. Für Porsche stellen die Österreicher bereits seit längerem Verdecksysteme und Karosserieteile her./hd/DP/ck

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