09.05.2008 11:48
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Löscher hält neues Kontrollsystem bei Siemens für effektiv

        MÜNCHEN (dpa-AFX) – Siemens-Chef Peter Löscher vertraut auf das nach der Schmiergeldaffäre installierte Kontrollsystem seines Hauses. Zu einem Skandal in großem Stil werde es nicht mehr kommen, sagte Löscher dem Nachrichtenmagazin "Focus". "Einzelne krumme Geschäfte kann man nie ausschließen. Aber wir haben heute ein Kontrollsystem installiert, das solche Vergehen in der Breite wie früher unmöglich macht." Im Verdachtsfall handle Siemens nun ebenso entschlossen wie der US-Konkurrent General Electric, bei dem Löscher von 2004 bis 2006 im Top-Management war: "Wer bei dem Thema auch nur einen Fehler macht, spürt sofort persönliche Konsequenzen."

    Im Zuge der Schmiergeldaffäre wächst unterdessen der Druck auf den früheren Vorstands- und Aufsichtsratschef Heinrich von Pierer. Die Staatsanwaltschaft München wollte am Mittag bekanntgeben, ob sie ein Ermittlungsverfahren gegen von Pierer eröffnet. Das "Handelsblatt" (Freitag) berichtet unter Berufung auf Aufsichtsratskreise, dem Siemens-Kontrollorgan seien mindestens drei Korruptionsfälle vorgelegt worden, in denen von Pierer nicht ordnungsgemäß gehandelt und seine Pflichten damit verletzt habe. Das Unternehmen werde Schadensersatz einfordern, sobald Aussichten dafür bestehen.

    Ein Sprecher von Siemens wollte den Bericht auf Anfrage nicht näher kommentieren, verwies aber auf frühere Aussagen, wonach der Compliance-Ausschuss des Aufsichtsrates mit der Prüfung möglicher Schadenersatzansprüche beauftragt worden sei. Die Entscheidung darüber falle im Aufsichtsrat.

    Der oberste Korruptionsbeauftragte des Konzerns, Andreas Pohlmann, hatte bereits angekündigt, Siemens bereite Schadensersatzklagen vor; konkrete Namen nannte der Konzern bislang aber keine. Zwei Siemens- Manager hatten schwere Beschuldigungen gegen von Pierer erhoben. Der frühere Vorstandschef bestreitet jede Verwicklung in die Affäre./mf/pi/DP/wiz

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