17.08.2008 15:51
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MLP-Chef kritisiert Beteiligung von Swiss Life als 'sinnlos'

        WIESLOCH (dpa-AFX) - Der Vorstandschef des Finanzdienstleisters MLP , Uwe Schroeder-Wildberg, sieht "keinen Sinn" in der Beteiligung des Schweizer Versicherungskonzerns Swiss Life   an seinem Unternehmen. Vergangene Woche hatte die AWD-Mutter  Swiss Life eine Sperrminorität von knapp 27 Prozent an MLP (Wiesloch bei Heidelberg) erworben. Wegen dieses schon beträchtlichen Einflusses sei aber auch eine feindliche Übernahme unwahrscheinlich, sagte Schroeder-Wildberg dem "Spiegel".

    Er fügte hinzu: "Das Management hat sehr gut verstanden, dass dies nicht funktionieren würde." Unterdessen räumte AWD-Gründer Carsten Maschmeyer in der "Wirtschaftswoche" ein, dass er bei bisherigen Versuchen, MLP und AWD (Hannover) zu fusionieren, Fehler gemacht habe. Er sei wohl zu forsch vorgegangen.

SWISS LIFE WILL ÜBER MLP MEHR VERKAUFEN

     Swiss-Life-Verwaltungsrat Rolf Dörig schließt der "Wirtschaftswoche" zufolge derweil eine spätere Mehrheitsbeteiligung an MLP nicht aus. "Wir müssen ein Konzept finden, das sowohl MLP als auch Swiss Life Mehrwert bringt. Ob wir dafür die Mehrheit brauchen oder ob das auch über eine Minderheitsbeteiligung in Absprache mit Herrn Lautenschläger (Manfred Lautenschläger ist MLP- Aufsichtsratschef und Großaktionär) möglich ist, wird sich zeigen." Ziel des Anteilskaufs sei es, über MLP den eigenen Absatz zu erhöhen.

    Schroeder-Wildberg erteilte auch einem Zusammenschluss mit dem Erzkonkurrenten AWD (Hannover), dessen Mehrheit seit Anfang des Jahres der Schweizer Versicherer Swiss Life hält, eine klare Absage: "Eine solche Transaktion wäre für alle Beteiligten wertvernichtend." Die Gefahr einer Schlammschlacht mit dem neuen Großinvestor sieht der MLP-Chef nicht. Der Schweizer Konzern werde "sicherlich schnell verstehen", dass er seine Produkte nur verkaufen kann, wenn er das MLP-Management und die Berater hinter sich habe. "Schon heute hat das Ansehen des Konzerns bei den Beratern stark gelitten, denn die sehen die bisherigen Ereignisse eindeutig als unfreundlichen Akt."

MASCHMEYER: SWISS LIFE IST 'TRAUMMUTTER'

    AWD-Gründer Maschmeyer räumte in der "Wirtschaftswoche" ein, dass er bei den bisherigen Versuchen, MLP und AWD zu fusionieren, Fehler gemacht habe. "Ich bin wohl etwas zu forsch vorgegangen. MLP und AWD waren wie zwei Geschwister, von denen keines den anderen als Erziehungsberechtigten akzeptieren wollte." Er fügte mit Blick auf Swiss Life hinzu: "Jetzt haben wir eine Traummutter, die dafür sorgt, dass die Geschwister sinnvolle Dinge zusammen machen können, aber trotzdem eigenständig bleiben."

    Den Vorwurf, sich an MLP angeschlichen zu haben, wiesen Dörig und Maschmeyer zurück. Dörig räumte jedoch ein: "Richtig ist aber natürlich, dass wir eine größere Aktienposition aufgebaut haben, ohne das MLP davon wusste."/gi/DP/stw



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AWD 27,5
Swiss Life 47,6 -0,7%
MLP 9,7 -0,7%

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