BERLIN (dpa-AFX) - Der Kompromiss im russisch-britischen Machtkampf um den Ölförderer TNK-BP kann sich nach Ansicht der deutschen Wirtschaft günstig auf das Investitionsklima in Russland auswirken. "Eine gütliche Einigung wird sicherlich auch in Deutschland eine positive Signalwirkung für das Engagement auf dem russischen Markt entfalten", sagte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Wirtschaft, Klaus Mangold, am Freitag in Berlin.
Wichtig sei jetzt, dass die Verhandlungen zwischen den beiden Besitzern des Gemeinschaftsunternehmens, dem britischen Energiekonzern BP und einem russischen Oligarchen-Konsortium, zügig abgeschlossen würden. "Gerade in der derzeitigen kritischen Phase großer Unsicherheiten am Energiemarkt muss das Unternehmen in die Lage versetzt werden, seiner Verpflichtung zu Rohstoff-Lieferungen nachzukommen", sagte Mangold.
Russland wird für die deutsche Wirtschaft immer wichtiger. Rund 4.600 deutsche Firmen sind mit eigenen Niederlassungen in dem Land vertreten. Im ersten Halbjahr 2008 wuchs das Handelsvolumen mit Russland um 23,5 Prozent auf 32,5 Milliarden Euro. "Es gibt deutsche Unternehmen, die bereits bis zu 40 Prozent ihres Umsatzes mit Russland machen", sagte Ex-Daimler-Manager Mangold./tb/DP/zb