FRANKFURT (dpa-AFX) - AWD-Chef Carsten Maschmeyer will nach dem Einstig von Swiss Life bei MLP aus beiden Unternehmen den weltgrößten Finanzdienstleister der Welt schaffen. "Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass ich diesen Traum seit langem habe", sagte er am Donnerstag bei einer Telefonkonferenz. "Jetzt haben wir die Chance, langfristig unter dem Dach der Swiss Life den größten Finanzvertrieb der Welt mit zwei unabhängigen Marken zu bauen." Durch Swiss Life als gemeinsame Mutter sei nun der "Brückenschlag" möglich. "Jetzt hat auch MLP diesen stabilen Großaktionär, der AWD in den vergangenen Monaten bereits gut getan hat. Das ist viel besser als spekulative Hedgefonds."
Maschmeyer hatte sich knapp 27 Prozent an MLP gesichert und die Aktien am Donnerstag an Swiss Life weiterverkauft. "Ich habe das Paket extra auf über 25 Prozent gebracht, damit kein anderer den Traum blockieren kann", sagte Maschmeyer. Er sei als Privatmann bereits "vor längerer Zeit" mit 2,9 Prozent bei MLP eingestiegen und habe den Anteil in den vergangenen Tagen gezielt ausgebaut. Die Aktien habe er selbst gekauft, da er als Privatmann schneller reagieren könne als die Swiss Life. "Ich habe dieses Paket dann sofort Swiss Life zur Verfügung gestellt. Es geht nicht, dass AWD MLP kapert oder sich einverleibt."
Die Aktien hatte Maschmeyer eigenen Angaben zufolge unter anderem von der Berenberg Bank gekauft, die ihren Anteil zuletzt mit gut 10 Prozent angegeben habe. Daneben seien ihm von privaten Investoren MLP-Aktien angeboten worden. "Ich habe diese Aktienpakte erst kurzfristig angeboten bekommen und heute Nacht eine weitere Quelle aufgetan", sagte Maschmeyer. Gespräche über eine Kooperation mit MLP habe er bereits vor einigen Monaten geführt. Dabei habe er auch mit MLP-Aufsichtsratschef Manfred Lautenschläger gesprochen. "Es gab da auch keine Ablehnung", sagte Maschmeyer./fj/zb