09.07.2008 17:21
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Mehdorn wird nach Börsengang keine Strecken stilllegen - Welt

   BERLIN (Dow Jones)--Die Deutsche Bahn AG wird nach dem Börsengang ihrer Tochter DB Mobility & Logistics (DB ML) wegen des Renditedrucks privater Investoren keine Strecken stilllegen. "Die Bahn kann keine Strecken stilllegen, darüber entscheidet die öffentliche Hand. Dass einige Regionalpolitiker damit Wahlkampf machen, halte ich für sehr gefährlich", sagte Bahn-Vorstandsvorsitzender Hartmut Mehdorn in einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" (Donnerstagausgabe).

   Die Investoren bekämen keine Auflistung der einzelnen Strecken mit ihrer Profitabilität. Es gebe immer attraktive und weniger attraktive Strecken, unter dem Strich zähle die Gesamtleistung, sagte Mehdorn. Ein großer Teil der Erlöse aus der Teilprivatisierung solle ins Bahnhofsprogramm gehen, ein weiterer in die Lärmsanierung und ein dritter in die Engpassbeseitigung bei der Bahn.

   Mehdorn trat dabei der Hoffnung entgegen, wegen des schwachen Finanzmarktumfelds könnte es die Aktien der Bahn zum Schnäppchenpreis geben. "Wir verschenken nichts", sagte er. Er sei Geschäftsmann. "Wenn ich nicht einen angemessenen Preis kriege, geht da nichts", deutete er die Möglichkeit einer Verschiebung an.

   Jedoch rechnet er mit einem erfolgreichen Börsengang. "Weltweit schwappen mehrere hundert Milliarden Dollar und Euro um den Globus, die sich einen sicheren Hafen suchen." Nur weil die Situation generell schwieriger geworden sei, sei ja nicht automatisch weniger Geld da.

   Das bundeseigene Unternehmen will im Herbst 24,9% ihrer neuen Tochter DB Mobility & Logistics, in der der Personen- und Güterverkehr und die Logistik gebündelt sind, an Anleger verkaufen. "Es wird Mitarbeiteraktien, eine Publikumsaktie und Anteile für große Investoren geben", sagte Mehdorn der Welt.

   Angesprochen auf ein mögliches Interesse der Bahn an der zum Verkauf stehenden TUI-Reedereitochter Hapag-Lloyd sagte Mehdorn: "Das ist für uns derzeit kein Thema. Wir bereiten gerade den Börsengang vor. Da verbietet es sich, ein weiteres Großprojekt anzustoßen. Im Moment ist da nichts zu machen."

Webseiten: http://www.welt.de http://www.db.de

- Von Rüdiger Schoß, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 29725 117, ruediger.schoss@dowjones.com

DJG/rso/cbr/kla (END) Dow Jones Newswires

   July 09, 2008 11:18 ET (15:18 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 11 18 AM EDT 07-09-08



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