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30.09.2008 12:06
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Merck KGaA peilt weiteres internes und externes Wachstum an

   FRANKFURT (Dow Jones)--Die Merck KGaA sieht sich nach dem Konzernumbau in den zurückliegenden Jahren bereits gut aufgestellt, aber noch nicht am Ende der Wegstrecke. "Wir haben uns in den vergangenen Jahren signifikant gewandelt, sind aber noch nicht fertig", sagte der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Karl-Ludwig Kley, am Montagabend vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten.

   Der Pharma- und Spezialchemiekonzern werde sich schrittweise weiter verändern, setze aber dabei auf Evolution statt Revolution. "Wir bekennen uns zu Wachstum, sind aber nicht auf pure Größe fixiert", sagte der Merck-Lenker. In China, Indien, Japan und den USA habe der Konzern sein Potenzial dabei noch lange nicht ausgeschöpft. Dies gelte für den Chemie- und Pharmabereich.

   In Japan rechnet das Unternehmen in den kommenden Jahren im Pharmabereich mit einem Umsatz von 300 Mio EUR. In China werde ein Umsatz in ähnlicher Größenordnung anvisiert, in Indien dürften die Erlöse niedriger liegen, sagte Kley. Inklusive der Chemieumsätze peile Merck in den drei Ländern jeweils Erlöse zwischen 100 Mio EUR bis 600 Mio EUR in den nächsten Jahren an, sagte Kley.

   Auch externem Wachstum will sich Merck nicht verschließen. Zukäufe wolle Merck jedoch mit Augenmaß tätigen, das gelte für alle vier Sparten, erklärte der Manager. Insgesamt kann sich Kley gut vorstellen, die 10 Mrd EUR Umsatzmarke in den kommenden Jahren zu überspringen.

   An einem Bieterwettbewerb für das US-Biotechunternehmen ImClone wollen die Darmstädter zumindest alleine nicht teilnehmen. Für das US-Unternehmen soll es neben Bristol-Myers Squibb (BMS) einen weiteren Interessenten geben. "Wir sind es nicht", sagte Kley. "Wir haben auch nicht die Absicht, uns an einem Bieterwettbewerb zu beteiligen", fügte er hinzu.

   Kley wollte jedoch nicht ausschließen, dass die Merck KGaA mit einem Partner interessiert sein könnte. "Sollte jemand auf uns zukommen, würden wir sicher zuhören und nicht ausschließen, dass wir mitgehen", sagte Kley. ImClone hat das erfolgreiche Krebsmittel Erbitux entwickelt, das von BMS in Nordamerika und von der deutschen Merck-Gruppe in den Regionen außerhalb Amerikas vertrieben wird.

   Das Medikament, dem Blockbuster-Potenzial zugetraut wird, ist bereits in verschiedenen Indikationen - unter anderem zur Behandlung von fortgeschrittenem Kopf-Hals-Krebs in Kombination mit einer Strahlentherapie sowie zur Behandlung von Darmkrebs, wenn eine Standardtherapie erfolglos war - am Markt. Weitere Zulassungsanträge laufen noch.

   Neben Erbitux traut Kley auch weiteren Produkten aus der Pipeline Blockbuster-Potenzial zu. "Wir erwarten 2009 Daten für ein orales Produkt gegen Multiple Sklerose (MS)", sagte er. Sollten diese "Cladribrin-Tabletten" zur Zulassung kommen, wäre dies das erste orale Produkt gegen MS am Markt. Als viel versprechend bezeichnete der Merck-Lenker auch einen therapeutischen Impfstoff gegen Lungenkrebs "Stimuvax", der jedoch frühestens 2011/2012 auf den Markt kommen könnte.

   Die Finanzkrise bereitet dem Unternehmen derzeit keine Sorgen. Merck sei ein "Hafen der Ruhe in stürmischen Zeiten". Das Unternehmen sehe zwar Verschiebungen, aber keinen dramatischen Abbruch der Nachfrage. Sollte die Finanzkrise irgendwann auf die produzierende Industrie durchschlagen, sei ein Nachfragerückgang jedoch nicht auszuschließen. Merck richte sich aber darauf ein, für den Fall eines Nachfragerückgangs reagieren zu können, sagte er.

   Weiterhin zuversichtlich ist Merck auch für die margenstarke Flüssigkristallsparte. Der DAX-Konzern geht davon aus, dass der Markt für Flüssigkristalle volumenmäßig noch mindestens zehn Jahren wachsen wird. Merck werde noch lange Freude mit dem Flüssigkristallgeschäft haben, die LCD-Technologie werde noch lange führend sein, sagte Kley.

   An der Prognose, 2008 eine Umsatzrendite von 47% bis 52% in der Flüssigkristallsparte zu erzielen, halte das Unternehmen weiterhin fest, sagte Kley. Mittelfristig müsse man sich aber eher auf eine Margenhöhe im 40er Bereich als im 50er Bereich einstellen. Das Unternehmen sei dabei, an der Weiterentwicklung der Flüssigkristalle und der OLED-Technologie zu arbeiten. "Wir verfolgen das Ziel, hier eine ähnlich federführende Marktstellung zu erlangen wie bei den Flüssigkristallen", erklärte der Manager.

   Kley kündigte des Weiteren Standortoptimierungsmaßnahmen in Folge der Übernahme des Biotech-Unternehmens Serono an. Das Unternehmen prüfe derzeit den Verkauf von sechs bis acht Produktionsstandorten für klassische Arzneimittel, die weitgehend außerhalb Europas lägen, sagte er.

Webseite: http://www.merck.de

-Von Heide Oberhauser-Aslan, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 29 725 113, heide.oberhauser@dowjones.com DJG/hoa/brb (END) Dow Jones Newswires

   September 30, 2008 06:03 ET (10:03 GMT)

   Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 06 03 AM EDT 09-30-08



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