DARMSTADT/SAN FRANCISCO (dpa-AFX) - Der Pharmaunternehmen Merck Serono und Genentech haben einen schweren Nebenwirkungsfall beim Medikament Raptiva (Efalizumab) gemeldet. Bei einem 70-jährigen Patienten sei progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML) aufgetreten, teilten Merck und die Roche-Tochter Genentech in der Nacht zum Freitag in Darmstadt und San Francisco mit. Der Patient habe Raptiva über mehr als vier Jahre zur Behandlung einer chronischen Plaque-Psoriasis erhalten hatte. PML sei eine seltene fortschreitende Entmarkungserkrankung des zentralen Nervensystems, die üblicherweise zum Tod oder zu schwerer Behinderung führt.
Genentech vermarktet Raptiva in den USA. Merck Serono hat die Aufsichtsbehörden in den Regionen außerhalb der USA und Japan, in denen Merck Serono das Produkt vermarktet, informiert. Beide Unternehmen wollen nach eigenen Angaben eng mit den Gesundheitsbehörden FDA, EMEA und anderen Zulassungsbehörden zusammenarbeiten, um die Produktinformation des Medikaments gegebenenfalls anzupassen. Das medizinische Personal soll entsprechend informiert werden, um die Behandlung von Patienten zu ändern.
Der Fall in den USA wurde von Genentech Ende September im Rahmen des laufenden Arzneimittelsicherheitsüberwachungsprogramms des Unternehmens mitgeteilt. Auf der Grundlage der bis heute zur Verfügung stehenden medizinischen Daten könne nicht ausgeschlossen werden, dass Raptiva zur Entwicklung der PML bei diesem Patienten beigetragen haben könnte, hieß es./ck/mur/