Martinsried (aktiencheck.de AG) - Der Biotechnologiekonzern MorphoSys AG (ISIN DE0006632003/ WKN 663200) gab am Mittwoch bekannt, dass Boehringer Ingelheim eine bereits existierende Option ausgeübt hat, um die MorphoSys-eigene RapMAT-Technologie zur schnelleren Optimierung von Antikörpern als Teil des bestehenden Technologietransferabkommens zwischen den beiden Firmen zu nutzen.
Den Angaben zufolge sichert sich Boehringer Ingelheim neben der bestehenden Installation der HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek an seinem Forschungsstandort in Wien nun auch den Zugang zum Technologie-Modul RapMAT. Im Rahmen des erweiterten Abkommens wird MorphoSys jährliche Nutzungsgebühren für die RapMAT-Technologie sowie für den Zugang zu seiner HuCAL-Plattform von Boehringer Ingelheim erhalten. Finanzielle Einzelheiten wurden nicht veröffentlicht.
RapMAT, eine Abkürzung für "Rapid Maturation" (schnelle Reifung), erweitert die Möglichkeiten für die Identifizierung von Antikörpern aus den HuCAL-Bibliotheken und verkürzt den Zeitraum zur Generierung von vielversprechenden therapeutischen Leitkandidaten. Dabei arbeitet die RapMAT-Technologie vollkommen kompatibel mit der HuCAL GOLD-Antikörperbibliothek. MorphoSys ist der Überzeugung, dass die Nutzung des RapMAT-Systems die Entwicklung von antikörperbasierten Medikamenten wesentlich beschleunigt und dabei auch die Auswahl von Medikamentenkandidaten vergrößert.
Im Rahmen der aktuellen fünfjährigen Vereinbarung hat Boehringer Ingelheim die Option, mehrere exklusive Lizenzen für neue therapeutische Programme zu erhalten. Aktuell umfasst die Kooperation vier aktive therapeutische Antikörperprojekte in unterschiedlichen Indikationen. Mit zwei neuen Projekten wurde kürzlich begonnen, und gegenwärtig findet die Optimierung der HuCAL-basierten Antikörper im Auftrag von Boehringer Ingelheim bei MorphoSys statt.
Die Aktie von MorphoSys beendete den Handel gestern bei 40,70 Euro (-2,91 Prozent). (09.07.2008/ac/n/t)