LONDON (dpa-AFX) - Der neue Vorstandschef der Reederei Neptune Orient Lines (NOL), Ron Widdows, sieht eine Übernahme der TUI-Tochtergesellschaft Hapag Lloyd auch im Interesse der Reederei und der Stadt Hamburg. Eine Übernahme sei das Beste, was den Arbeitnehmern von Hapag Lloyd und Hamburg passieren könne, sagte Widdows der "Financial Times" (Mittwochausgabe; FT). Widdows habe ferner angedeutet, dass Hapag Lloyd seinen Markennamen im Falle einer Übernahme behalten könnte. Damit versuche Widdows die Gemüter angesichts von Gegenreaktionen aus Deutschland gegenüber einem möglichen Geschäftsabschluss zu beruhigen, berichtete die "FT".
Zur Begründung seines Plan zog Widdows einen Vergleich zur NOL-eigenen Container-Reederei APL. Bei der Übernahme der in Kalifornien ansässigen Reederei im Jahr 1997 habe sich NOL damals für die Marke APL entschieden, da diese stärker als NOL gewesen sei. "Fest steht, dass APL heute nicht existieren würde, hätte NOL sie nicht gekauft", zitierte die "FT" den NOL-Chef. Ende Juli hatte NOL bekanntgegeben, im Übernahmefall die Sparte APL mit Hapag-Lloyd zusammenzuführen.
Der Tourismuskonzern TUI will sich von seiner Schifffahrtssparte trennen. Im Rennen um Hapag Lloyd sind neben der Reederei Neptune Orient Lines, hinter der der singapurische Staatsfonds Temasek steht, ein Hamburger Konsortium./mwx/ep/wiz