20.11.2008 17:42
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Nach Volkswagen-Kurskapriolen: Deutsche Börse ändert Regeln weiter

        FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach den Kurskapriolen bei der Volkswagen- Aktie ändert die Deutsche Börse das Regelwerk für den Leitindex DAX weiter. Dabei gehe es um die Frage, wann und wie die Gewichtung und Zusammensetzung des Index im Fall von Übernahmen angepasst wird, teilte die Deutsche Börse am Donnerstag mit. Einzelheiten sollen am Montag in Frankfurt bekanntgegeben werden.

    Bislang entscheidet neben dem Börsenwert der Anteil der frei handelbaren Aktien, wie stark eine Firma im DAX gewichtet ist. Die Anteile von Großaktionären und potenziellen Aufkäufern werden damit nicht berücksichtigt, weil man davon ausgeht, dass diese nicht für den Handel zur Verfügung stehen. Wenn ein Großaktionär allerdings neben Aktien auch Derivate an einer Firma hält, werden diese bislang nicht als Festbesitz angesehen. Hier könnte nach Experteneinschätzung einer der Ansatzpunkte für eine Änderung des DAX-Regelwerkes sein.

    Im Fall Volkswagen hatte Porsche  Ende Oktober bekanntgegeben, mehr als 70 Prozent der VW-Stammaktien direkt zu besitzen oder über Derivate an möglichen Kurssteigerungen beteiligt zu sein. Da weitere 20 Prozent des Unternehmens dem Land Niedersachsen gehören, waren plötzlich kaum mehr Aktien am freien Markt verfügbar, was den Kurs zeitweise auf über 1.000 Euro trieb. Volkswagen war damit rechnerisch die teuerste Firma der Welt und machte rund ein Drittel des gesamten DAX-Gewichts aus. Das aber soll nicht sein, denn das Börsenbarometer soll aber die Entwicklung des Gesamtmarktes der großen Aktienfirmen in Deutschland abbilden.

    In einer ersten Reaktion hatte die Deutsche Börse daraufhin den Anteil von Volkswagen in einem außergewöhnlichen Schritt auf zehn Prozent begrenzt. Wenig später wurde das Regelwerk zudem so geändert, dass eine besonders schwankungsreiche (volatile) Aktie komplett aus dem Index entfernt werden kann, wenn sie ein Gewicht von über zehn Prozent erreicht./rgDP/ck



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