09.07.2008 14:48
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Öffentliche Versicherer wollen nicht zu Konzern verschmelzen

        DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Die zwölf öffentlichen Versicherer in Deutschland (Provinzial, Versicherungskammer Bayern und andere) wollen nicht zu einem gemeinsamen Konzern verschmelzen. Die Gruppe bevorzuge dagegen einen Konsolidierungsprozess mit regionalen Verbünden nach dem Vorbild der Provinzial NordWest, sagte der Vorsitzende des Verbandes öffentlicher Versicherer, Friedrich Schubring-Giese, am Mittwoch in Düsseldorf. Provinzial NordWest war aus den regionalen Versicherern in Münster und Kiel hervorgegangen.

    Die öffentlichen Versicherer in Deutschland sind als Gruppe mit Beitragseinnahmen von 16,4 Milliarden Euro im vergangenen Jahr und einem Marktanteil von 10,3 Prozent Nummer zwei auf dem Markt hinter dem Allianz-Konzern. Schubring-Giese kündigte an, dass die öffentlichen Versicherungsunternehmen an der Gründung einer eigenen Lebensversicherung auf Fondsbasis mit Sitz in Luxemburg arbeiten. Diese soll vor allem wohlhabende Kunden als Zielgruppe haben.

SPEKULATIONEN

    Zu welchen Konstellationen es bei möglichen Fusionen von Regionalversicherern kommen könnte, wollte Schubring-Giese, der Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Versicherungskammer ist, nicht sagen. Zuletzt waren Spekulationen laut geworden, dass die Versicherungskammer Bayern, Nummer eins unter den "Öffentlichen", mit der Sparkassen-Versicherung Stuttgart zusammengehen könnte. Eine Fusion der Sparkassen-Versicherung mit der Provinzial NordWest (Münster/Kiel) war jüngst am Veto der westfälischen Kommunen gescheitert, denen 40 Prozent der Anteile an dem Versicherungsverbund gehören.

    Die Fusionsfrage werde nicht zuletzt auch politisch und vor dem Hintergrund der Zukunft der Landesbanken entschieden, sagte Schubring-Giese. "Wenn es dort zu Konzentrationsprozessen kommt, kann damit gerechnet werden, dass Standortfragen über die öffentlichen Versicherer aufgewogen werden", sagte der Verbandschef. Bei einer etwaigen Fusion der Landesbanken von Bayern und Baden-Württemberg könnte demnach der wegfallende Banksitz mit dem Sitz einer künftig fusionierten Sparkassen-Versicherung abgegolten werden.

KYRILL DRÜCKT AUF GEWINNE

    Die Gruppe der öffentlichen Versicherer hat im vergangenen Jahr bei den Beitragseinnahmen leicht eingebüßt und mit 16,4 Milliarden Euro um 0,6 Prozent weniger eingenommen, als 2006. Hohe Aufwendungen für Schäden durch den Sturm "Kyrill" ließen auch den Jahresüberschuss vor Steuern um knapp 300 Millionen Euro auf 797 Millionen Euro sinken. Die Unternehmen der Gruppe verfügen über Kapitalanlagen von mehr als 101 Milliarden Euro und verdienten allein damit im vergangenen Jahr 4,67 Milliarden Euro, was einer Nettoverzinsung von 4,67 Prozent entspricht./dm/DP/stw

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