Ökonomen weisen Spekulationen über US-Arbeitsmarktdaten zurück
NEW YORK (Dow Jones)--Ökonomen haben die am Freitag an den Finanzmärkten entstandenen Spekulationen, wonach US-Regierungsbehörden die Arbeitsmarktdaten für April manipuliert haben könnten, entschieden zurückgewiesen. Experten aus der Privatwirtschaft betonten, dass die Zahlen korrekt berechnet worden seien und das Bureau of Labor Statistics (BLS) warnte vor falschen Interpretationen.
Die Spekulationen entzündeten sich an zwei verschiedenen Datenreihen. In den USA werden die Arbeitsmarktdaten auf zwei verschiedenen Ebenen erfasst, auf der nationalen Ebene und auf der Ebene der Bundesstaaten.
Die nationalen Daten zeigen am 2. April einen überraschend geringen Rückgang der Beschäftigung im April um 20.000 Jobs, während Ökonomen ein Minus von 75.000 erwartet hatten. Am Freitag veröffentlichte das BLS nun regionale Daten, die einen Rückgang um 151.000 Stellen auswiesen.
Ökonomen wiesen jedoch darauf hin, dass die beiden Datenreihen auf unterschiedlichen Methodologien und Berechnungsarten basierten. "Ich bin überrascht, dass die Angelegenheit so viel Aufmerksamkeit erzeugt, denn es gibt üblicherweise immer eine Differenz", sagte Michelle Meyer, Volkswirtin bei Lehman Brothers. Von 1990 bis zur Gegenwart habe es einen Unterschied von rund 115.000 Jobs in jedem Monat gegeben. Der April füge sich als ziemlich genau in dieses Bild.
Das BLS machte darauf aufmerksam, dass bei der Erhebung auf der Ebene der Bundesstaaten Fehler bei der Datenerfassung entstehen können als bei der Erhebung auf der nationalen Ebene, weil sich mögliche Fehler in den einzelnen Bundesstaaten in einer aggregierten Form addieren und zu bedeutenden Verzerrungen führen können.
- Von Michael S. Derby, Dow Jones Newswires, +49 (0)69 - 29725 300, konjunktur.de@dowjones.com
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May 16, 2008 13:19 ET (17:19 GMT)
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