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Österreichischer Regulierer erwartet weitere Netzverkäufe
BRÜSSEL (Dow Jones)--Der Geschäftsführer der österreichischen Regulierungsbehörde E-Control, Walter Boltz, rechnet mit weiteren Verkäufen von Stromübertragungsnetzen durch die Energiekonzerne. Nachdem der E.ON-Konzern überraschend in die Offensive gegangen sei, herrsche zwar bei den anderen Energieversorgern derzeit Zurückhaltung, sagte Boltz vor Journalisten in Brüssel. Doch werde dies nicht von Dauer sein.
"Denn momentan ist die Devise Abwehrkampf. Wenn diese Schlacht geschlagen ist, gehe ich aber davon aus, dass gerade börsennotierte Unternehmen nach nüchterner Analyse sagen werden: Es spricht viel mehr für als gegen den Verkauf der Transportnetze", sagte Boltz. Er erwarte daher in absehbarer Zeit mehrere Netzverkäufe, in Frankreich vielleicht nur die Umschichtung des Netzeigentümers zu einer anderen staatlichen Institution als bisher.
Zum Streit innerhalb der EU um die eigentumsrechtliche Entflechtung von Erzeugung und Netzen erklärte Boltz, die Front gegen den EU-Kommissionsvorschlag sei bei weitem nicht so geschlossen wie sie erscheine. "Inzwischen sind die Franzosen bei Strom recht interessiert daran, aus der Front auszubrechen, machen es aber nicht, weil sie den Deutschen nicht in den Rücken fallen wollen", erklärte der österreichische Regulierer.
In Deutschland sei der Widerstand gegen die Entflechtung inzwischen zur Prestigefrage geworden. "Die deutsche Bundesregierung unter Angela Merkel hat sich massiv in die Verteidigung der Energiekonzerne integrieren lassen, wurde dann vom E.ON-Vorschlag des Verkaufs ihrer Transportnetze ziemlich überraschend getroffen und ist zur Zeit in der Zwickmühle, wie sie aus der Ablehnungsfront aussteigen soll, ohne das Gesicht zu verlieren", sagte Boltz.
Der von dem slowenischen EU-Ratsvorsitz am Dienstag präsentierte Kompromissvorschlag könnte ein solcher Ausweg aus der Zwickmühle sein, sagte Boltz. Der Kompromiss sieht neben einem Verkauf der Leitungsnetze oder deren Verwaltung durch einen unabhängigen Netzbetreiber auch die von Deutschland und sieben weiteren Staaten gewünschte dritte Option für eine Entflechtung vor.
DJG/esw/hil/brb
(END) Dow Jones NewswiresMay 15, 2008 10:51 ET (14:51 GMT)
Copyright (c) 2008 Dow Jones & Company, Inc.- - 10 51 AM EDT 05-15-08
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