19.05.2008 12:06
Drucken |

Schrift:

Österreichs Bundeskanzler: Austrian Airlines soll österreichisch bleiben

        WIEN (dpa-AFX/APA) - In der Debatte um die Zukunft der Austrian Airlines (AUA)   hat Österreichs Bundeskanzler Alfred Gusenbauer einem Verkauf der Gesellschaft ins Ausland eine Absage erteilt. Die "Bundesregierung geht davon aus, dass die AUA ein österreichisches Unternehmen bleibt", sagte Gusenbauer am Montag in Wien. Für einen immer wieder diskutierten mehrheitlichen Verkauf der AUA gebe es weder "Beschlüsse der Organe", noch habe sich die Auffassung der Bundesregierung dazu geändert, sagte er. In der Frage möglicher Partnerschaften für die AUA werde "in der Öffentlichkeit mit ungelegten Eiern agiert".

    AUA-Chef Alfred Ötsch hatte in einem Interview am Wochenende über Alternativen zu einer eigenständigen, mehrheitlich österreichischen AUA gesagt: "Wenn, dann bin ich für eine klare Lösung, also für den Verkauf einer Mehrheit." Das Management werde dem Aufsichtsrat im Herbst einen Vorschlag vorlegen, "ob und mit wem eine Partnerschaft gut wäre". Als mögliche Partner sind die russische Aeroflot  genauso wie Air France-KLM  , die Lufthansa  oder die Emirate Airlines im Gespräch.

AUSGANG VÖLLIG OFFEN

    Für die AUA komme ein Mehrheitsverkauf aber nur dann in Frage, wenn sie alleine nicht in der Lage sein sollte, nachhaltig Gewinne zu schreiben, präzisierte am Sonntag eine Sprecherin der Gesellschaft. Dies werde jetzt in einem Projekt untersucht, dessen Ausgang völlig offen sei. "Eine Absage an eine Minderheitsbeteiligung würde es nur dann geben, falls eine Stand-Alone-Lösung nicht zu einem nachhaltig positiven Ergebnis führt", hieß es.

    Die AUA ist nach Beseitigung der größten Verlustquellen laut Ötsch ein "finanziell stabiles Unternehmen". Allerdings brachten die kräftig gestiegenen Kerosin-Preise die Fluglinie zuletzt wieder unter Druck. Eine nachhaltig positive Bilanz sei jetzt "nicht mehr so sicher", räumte Ötsch in der Tageszeitung "Standard" ein.

EINSTIEG AL JABERS GESCHEITERT

    In der Vorwoche war der seit Monaten geplante Einstieg des privaten Investors Scheich Mohamed Bin Issa Al Jaber gescheitert. Dessen Beteiligung hätte der AUA 150 bis 200 Millionen Euro gebracht. Al Jaber hatte bereits Ende April erklärt, er ziehe seine geplante Investition zurück.  Ötsch hält den Einstieg Al Jabers mittlerweile ebenfalls für "offenbar gestorben". Formal ist noch eine kleine Tür offen: Die AUA hat die Frist für die Vorlage einer notwendigen Bankgarantie bis 21. Mai verlängert./hwk/APA/stw/wiz

Aktien in diesem Artikel

Die Bundesregierung will den Kauf von stromsparenden Haushaltsgeräten mit einer Prämie von 150 Euro fördern (“Kühlschrank-Bonus)”. Würden Sie sich deswegen ein Neugerät anschaffen?
Ja
Nein
Vielleicht




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige