25.04.2008 17:51
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PORTRÄT: Telekom-Chefkontrolleur kommt wieder aus dem Hause Henkel

        BONN (dpa-AFX) - Der langjährige Henkel-Manager  Ulrich Lehner ist ein begeisterter Marathonläufer. Ob Düsseldorf oder New York - wenn es sein Terminplan erlaubt, tritt er gern zu einem Langstreckenlauf an. Wenige Tage vor seinem 62. Geburtstag hat der Rheinländer nun den Höhepunkt seiner Managerlaufbahn erreicht: Der Aufsichtsrat der Deutsche Telekom  wählte ihn am Freitag zum neuen Vorsitzenden als Nachfolger des wegen einer privaten Steueraffäre zurückgetretenen Ex- Postchefs Klaus Zumwinkel.

    Richtig bekannt ist der langjährige "Mister Persil" eigentlich nur in Fachkreisen. Beim familiendominierten Unternehmen Henkel steht die Firma klar im Vordergrund. Mit seinen vorsichtigen Geschäftsprognosen nährte er den Eindruck, dass bei Henkel Zurückhaltung hoch im Kurs steht. Zurückhaltung und leises Auftreten werden ihm auch in seinem neuen Job als einer der wichtigsten Aufseher über einen DAX-Konzern zugute kommen.

    Der gebürtige Düsseldorfer und Vater von drei Kindern ist in der Spitzenliga der deutschen Wirtschaft gut vernetzt. Lehner sitzt seit längerem unter anderem in den Kontrollgremien von E.ON  und Porsche . Im Januar dieses Jahres zog er in den Aufsichtsrat von ThyssenKrupp  ein. Im Gesellschafterausschuss von Henkel ist Lehner seit wenigen Tagen mit seinem Ausscheiden aus der Geschäftsführung vertreten.

    Der Wechsel an der Henkel-Spitze ging Mitte des Monats mit der Hauptversammlung über die Bühne. Lehner legte zum Abschluss seiner achtjährigen Amtszeit zum letzten Mal die Henkel-Bilanz vor. Von den Aktionärsschützern erhielt er zum Abschied viel Lob. "Sie waren ein verlässlicher Partner ohne jegliche Flops und Skandale", sagte beispielsweise die Geschäftsführerin der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Jella Benner-Heinacher.

    Bei Henkel baute Lehner die wachstumsstarken Klebstoffgeschäfte stark aus. In seiner Amtszeit wurde auch die Chemietochter Cognis verkauft. Damit gewann der Konsumgüterhersteller größeren finanziellen Spielraum. Wenige Wochen vor seinem Abgang brachte Lehner ein Sparprogramm auf den Weg, das den Abbau von weltweit rund 3.000 Arbeitsplätzen in den kommenden Jahren vorsieht.

    Lehner ist nach Helmut Sihler und Hans-Dietrich Winkhaus der dritte Henkel-Chef, der Chefkontrolleur des Telekom-Riesen ist. Die Ära der ehemaligen Henkel-Chefs in Bonn war nur durch Zumwinkel unterbrochen worden.

    Lehner ist das Zusammenspiel mit Großaktionären gewohnt. Bei Henkel war es die Gründerfamilie, bei der Deutschen Telekom ist es der Bund. Lehners erste Bewährungsprobe als neuer Aufsichtsratschef der Telekom wird die Hauptversammlung am 15. Mai in der Kölnarena sein. Das Treffen war in den Vorjahren angesichts des niedrigen Aktienkurses kein Fest der Freude: Viele Kleinaktionäre machten ihrem Unmut Luft und ließen am Topmanagement der Telekom oft kein gutes Haar./vd/DP/edh

- Von Volker Danisch, dpa -

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