BB Biotech Aktie [WKN: A0NFN3 / ISIN: CH0038389992]

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18.02.2008 09:49
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Performaxx-Kolumne: BB Biotech - Biotech-Blue-Chip aus einem Guss

Das schwache Marktumfeld ist auch den weltweiten Biotechnologietiteln nicht spurlos vorüber gegangen. Ihre Diversifizierung, Expertise und das jahrelang erprobte Geschäftsmodell machen die schweizerische Beteiligungsgesellschaft zu einem der interessantesten und zugleich solidesten Biotech-Aktien auf dem deutschen Kurszettel. Die aktuellen Kurse um 50 Euro bieten ein attraktives Einstiegsniveau für Anleger, die diesem Zug schon so lange hinterher geschaut haben.

Langfristige Engagements

Die Schweizer Holding beteiligt sich an Gesellschaften, die im Bereich der Biotechnologie und verwandten Branchen tätig sind, vorwiegend im nordamerikanischen und europäischen Markt. Grundsätzlich ist die Strategie längerfristig ausgerichtet, nicht selten verbunden mit einer mehr oder weniger aktiven Einflussnahme auch innerhalb des Unternehmens. BB Biotech stellt Gesellschaften in den Vordergrund, die Medikamente bereits am Markt oder in weit fortgeschrittenen Entwicklungsstadien vorzuweisen haben, also schon profitabel sind. Kleinere Beteiligungen (bis zu 25) müssen zumindest das Potential besitzen, innerhalb vorgegebener Zeit in den Kreis der Kernbeteiligungen (5 bis 8 an der Zahl) aufrücken zu können. Bis zu 10 % des Portfolios können darüber hinaus in noch nicht börsennotierten Unternehmen angelegt sein.

Portfolio jetzt besser strukturiert

Das Portfolio von BB Biotech hat in den letzten Jahren eine deutliche Umbesetzung erfahren. Bis 2006 hinein stieg und fiel der BB-Kurs mit demjenigen des amerikanischen Biotech-Unternehmens Genentech. Die Amerikaner stiegen Ende der 90er Jahre kometenhaft auf und streiten seit einigen Jahren mit Amgen um die Nummer 1 unter den weltweit höchstkapitalisierten Biotech-Unternehmen. Heute ist der Anteil auf rund 10 % beschnitten und damit lediglich die viertgrößte Position im BB-Portfolio. Actelion kommt auf fast 25 % Portfoliowert und Celgene auf 20 % (Daten vom 30.09.2007). Gilead Sciences kommt auf 10 %, weitere 8,2 % nimmt Biogen ein. Auch Vertex Pharmaceuticals hat einen Anteil in fast gleicher Höhe. Deutsche Unternehmen wie Jerini und Epigenomics bringen es nur auf verschwindend geringe Werte in Höhe von weniger als 1 %, wenn überhaupt.

Andere Indizes outperformt

Dass die Strategie funktioniert, zeigt ein Blick auf die Performance seit Auflegung im Jahre 1993. Seither hat der Nasdaq Biotech-Index 240 % zugelegt, BB Biotech aber knapp 350 %. Auch der Dax brachte es in dieser Zeit nur auf ca. 300 % Zuwachs. Generell ist aber zu beachten, dass sich der Kurs von BB Biotech über viele Jahre hinweg praktisch synchron zum Nasdaq Biotech entwickelt hat, erst seit rund einem Jahr tut sich eine Schere auf. Dies ist zurückzuführen auf die höhere Gewichtung europäischer Titel wie beispielsweise der Schweizer Actelion, die lange Zeit outperformte bzw. nicht dem Gesamtmarkt nach unten folgte.

12 % p.a. seit 15 Jahren

Die BB-Kursperformance von 12 % p.a. seit 1993 kann sich zwar sehen lassen, spiegelt andererseits aber auch nicht das volle Potential der internationalen Biotechnologie wieder: Denn in der gleichen Zeit lag das durchschnittliche Umsatzwachstum im Biotechsektor fast doppelt so hoch bei 20 bis 25 % – und das praktisch unabhängig von der Konjunktur. Das kann kaum eine andere Branche von sich behaupten! Seit etwa dem Jahr 2001 werden die positiven Ertragsentwicklungen nicht mehr in den Aktienkursen nachvollzogen.

Biotech schlägt Pharma

Gleichzeitig hat jedoch die Bedeutung des Sektors zugenommen: Im Jahr 2003 stammten erstmals mehr zugelassene Medikamente von Biotech- als von Pharmaunternehmen. Und die Waage neigt sich mehr und mehr zugunsten der High-Tech-Forscher. Dies drückt sich nicht zuletzt durch steigende Royaltiy-Raten aus. Anfangs lagen diese bei 10 bis 20 %, mittlerweile gehen 50 % der Enderlöse an den Forschungspartner (inkl. Upfront- und Meilenstein-Zahlungen). Kein Wunder, denn die internationalen Pharma-Player stecken in der Klemme. Immer mehr Medikamente werden "designt". Das ist teuer, dauert lange und erfordert hohes Know-how. Rückschläge sind kostspielig. Da sich Pharmaunternehmen in den letzten Jahren von diesem Druck befreit haben, sind die Pipelines zunehmend ausgetrocknet, zahlreiche Patente laufen in diesen Jahren aus. Genau in diese sich auftuende Lücke zu stoßen, ist die Chance für neue Unternehmen und Produkte. Spezialisierte Forschungsdienstleister im Biotechsektor erleben eine Hochkonjunktur.

PEG sollte unter 1 liegen

Das Management von BB Biotech hat eine recht klare Philosophie, was ein Portfolio-Unternehmen leisten muss. Das Verhältnis von KGV zu mittelfristig geplantem Wachstum ergibt das PEG (Price Earnings Growth). So liegt dasjenige von Celgene bei 0,7, Genentech und Actelion kommen auf Werte von 0,8 und 0,9, was immer noch eine attraktive Bewertung andeutet. Das gesamte BB-Kernportfolio hat einen Durchschnittswert von knapp unter 1, d.h. die Wachstumsraten sind höher als das KGV.

Abschlag hat sich verringert

In den letzten Monaten hat sich die Differenz zwischen dem BB-Kurs und dem inneren Wert wunschgemäß verkleinert, er lag bei ca. 4 % zum Jahresende 2007. Dazu beigetragen haben ein Aktienrückkaufprogramm und die damit verbundene Vernichtung von 1,4 Mio. Aktien. Die Dividende wird daher für 2007 auch nur noch bei 0,90 Euro pro Aktie liegen, was derzeit knapp 2 % Rendite entspricht. Dieses Modell hatte sich BB Biotech einst ausgedacht, um Anleger für die Inkaufnahme eines – nicht immer erklärbaren – Abschlags auf den inneren Wert zu entschädigen. Teilweise lag er bei 10 %, hat sich in den letzten fünf Jahren aber bis auf den aktuellen Wert zurückgebildet. Die Situation ist eigentlich äußerst sonderbar: Obwohl die BB-Führung aus ihrem Beteiligungsmanagement eine klare Überperformance gegenüber dem wichtigsten Vergleichsindex, dem Nasdaq Biotech, herausgeholt hat, wird diese Leistung nicht etwa mit einer Prämie, sondern im Gegenteil mit einem Abschlag bedacht.

The trend is your friend

Neben der derzeit vergleichsweise günstigen Bewertung ist der demographische Trend das Hauptargument für ein Investment. Aktien von reiferen Biotechnologie-Unternehmen können durchaus als defensive Portfoliobausteine interpretiert werden, sollten sich Umsatz und Erträge doch zumindest relativ nahe am langfristigen Trend orientieren. Eine dauerhaft hohe Nachfrage nach Medikamenten aller Art ist vorprogrammiert, nicht nur weil heutzutage erst 15 % aller Krankheiten vollständig geheilt werden können, sondern auch, da der Mensch im Durchschnitt eine immer höhere Lebenserwartung genießt. Doch nicht selten sind diese zusätzlichen Jahre keine "gesunden Jahre" mehr, sondern gekennzeichnet von mehr oder minder intensivem Pflegebedarf. Diese Verlängerung des Lebensalters bedeutet dann wenig anderes als eine Verlängerung des Behandlungszeitraums und damit höhere Erlöse und Erträge bei Biotech- und Pharmafirmen.

Fazit

Wer sich im Biotechnologiesektor engagieren möchte – dafür gibt es gute Gründe –, aber nicht auf riskante Wirkstoffforscher setzen möchte, sollte sich BB Biotech genauer ansehen. Ein Engagement gleicht einem Fondsinvestment. Die Diversifizierung ist derart breit und hochqualitativ, dass Sie als Einzelperson dies praktisch nicht selbst nachbilden können. Völlig unklar ist deshalb, warum der BB-Kurs seit Jahren unterhalb des inneren Wertes liegt. Gerade infolge des schlechten Gesamtmarktes bieten sich aktuell bei Kursen um 50 Euro wieder hervorragende langfristige Perspektiven. Etwas Weitblick und damit ein längerfristiger Horizont sind bei Anlagen in diesem hochinteressanten Sektor aber unbedingt vonnöten.



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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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