SAF-Holland SA Aktie [WKN: A0MU70 / ISIN: LU0307018795]

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10.03.2008 09:14
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Performaxx-Kolumne: SAF-Holland - Extrem gut auf Achse!

Ein Unternehmen, das zum Zeitpunkt seines Börsengangs unheimlich teuer war, jetzt im Zuge der allgemeinen Marktkorrektur jedoch äußerst attraktiv aussieht, ist SAF-Holland. Der Hersteller und Anbieter von Systemen und Komponenten für die Auflieger- und Anhänger-, Lkw-, Bus- und Campingfahrzeugindustrie hatte im Juli letzten Jahres ein mehr als holpriges Börsendebüt: Zur anfänglichen Bookbuilding-Spanne von 22,50 bis 28 Euro konnten die Aktien nicht platziert werden. Statt dessen boten die Konsortialbanken "ausgewählten Investoren" die Aktien zu reduzierten Konditionen von 19 bis 20 Euro an. Heute notieren die Papiere bei gerade einmal 11,31 Euro. Da sich an den Geschäftszahlen bislang kein Makel finden ließ, ist das Unternehmen damit mittlerweile doppelt so günstig wie zum Börsendebüt – Grund genug also, jetzt wieder genauer hinzusehen.

Hohe Marktanteile in Subbranchen

Das Produktangebot des Automobil- und Lkw-Zulieferers umfasst Anhängerachsen-Systeme, Federungen, Sattelkupplungen, Königszapfen, Luftfederfahrwerksysteme, Stützwinden und Achsschenkelbolzen. SAF produziert in 20 Fabriken rd. um die Welt und exportiert in sechs Kontinente an Original Equipment Manufacturers oder Original Equipment Suppliers. Bei Achsensystemen beträgt der Marktanteil in Europa nach eigenen Angaben 37 % und bei Scheibenbremsen 42 %. In einigen Unterbereichen beziffert das Unternehmen aus dem hessischen Bessenbach (bei Frankfurt) seinen Marktanteil gar auf bis zu 80 %. SAF-Holland ging hervor aus der Otto Sauer Achsenfabrik (SAF) und der US-amerikanischen Holland Group, mit der man Ende letzten Jahres fusionierte. Geschätzt wird von Branchenexperten, dass sich Synergien von 60 Mio. Euro jährlich ergeben könnten.

Massive Kapazitätsausweitung

Vorteil der weltweiten geographischen Präsenz ist die Abmilderung möglicher konjunktureller Schwächen, wie sie derzeit etwa im nordamerikanischen Raum zu beobachten sind. Auch Währungsschwankungen können abgefedert werden. Die USA allerdings spielen in den Planungen von SAF-Holland eine zunehmend bedeutendere Rolle. So soll die Produktion von Anhängerachsen auf jährlich 35.000 gesteigert werden, mittelfristig sogar auf 120.000. In Europa liegt die Produktionskapazität bei 0,5 Mio. Stück. In Brasilien wiederum sollen 60.000 Achsen und damit dreimal so viel wie im Vorjahr produziert und abgesetzt werden.

Zyklische, aber erklärbare Zahlen

Bei einer Marktkapitalisierung von knapp über 200 Mio. Euro liegt die Nettoverschuldung des Konzerns rd. 30 bis 35 % darüber. Dies muss man aber ins Verhältnis zu einem Jahresumsatz von ca. 0,9 Mrd. Euro im laufenden Jahr setzen, wobei operativ rd. 60 Mio. Euro hängen bleiben sollten. Die Eigenkapitalrendite lag 2006 bei hohen 12 % und dürfte im letzten Jahr ähnlich ausgefallen sein. Von der wachsenden Trailer-Nachfrage hat SAF auch im dritten Quartal profitiert. In Europa liegt der derzeitige Auftragsbestand für die Achsenproduktion um 250 % über dem Vorjahr. Der Umsatz kletterte gegenüber dem Vorjahr um 28 %. Die Abschwächung der Nachfrage auf dem nordamerikanischen Markt sei auf die Emissionsgesetzgebung in den USA 2007 zurückzuführen, so dass der Verkauf vieler Lkw vorgezogen wurde. Dies äußerte sich in zyklisch aussehenden Zahlen bei SAF-Holland. Auch im laufenden Jahr soll sich diese Zyklik in den Zahlen niederschlagen.

Anhebung der Prognosen

Im laufenden Jahr sollen die Erlöse um rd. 15 % zulegen und sich praktisch ohne Abschwächung auch 2009 fortsetzen. Dann soll auch die Umsatzmilliarde erreicht sein, ein Jahr früher als zum Börsengang kommuniziert. Auch soll die operative Marge von derzeit knapp über 8 % auf dann 10 % im Jahr 2010 steigen. Das würde ein EBIT von mehr als 100 Mio. Euro implizieren. Der Börsengang indes erwies sich nicht gerade als der Verkauf einer großartigen Wachstumsstory. Mit dem Geld hat SAF den Schuldenstand um ein Viertel reduziert – lobenswert, aber nicht gerade prickelnd. Gleichzeitig trennte sich ein Finanzinvestor (Pamplona) von einem Teil seiner Aktien. Geld für expansive Vorhaben blieb da nicht mehr. Nichtsdestotrotz hat sich SAF von einem zu hoch bewerteten Unternehmen zu einem jetzt sehr attraktiv bewerteten entwickelt. Das KGV 2008 liegt bereits unter 7 und damit allerhöchstens auf Höhe der Peer Group, teilweise sogar erheblich darunter. Auch die Dividendenrendite dürfte für 2008 schon bei über 4 % liegen und auf 5,5 % im nächsten Jahr klettern. Es ist also nur eine Frage der Zeit, bis die guten fundamentalen nunmehr auch anderen Investoren ins Bewusstsein dringen.

Fazit

Die Prognoseanhebung im Zuge der guten Geschäftszahlen für die ersten drei Quartale 2007 wurde praktisch vollständig vom Markt ignoriert. Hinzu kommt, dass SAF-Holland seit dem Börsengang fast gar nicht gecovert wird, so dass sich auch institutionelle Investoren nicht um das Unternehmen kümmern. Unserer Einschätzung nach wird sich dies früher oder später ändern. Wir empfehlen daher SAF-Holland mit einem mittelfristigen Kursziel von 16 Euro zum Kauf. Anleger sollten ein wenig Geduld mitbringen und für einen Einstieg genau beobachten, ob sich jetzt bei 10 bis 11 Euro ein Boden ausbildet. Die Aktie verharrt bei austrocknenden Umsätzen seit Mitte Januar in dieser Seitwärtslage, aus der es unserer Meinung nach einen Ausbruch nach oben geben wird.



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Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.

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