30.11.2007 10:36
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Post-Rivale Pin warnt eindringlich vor geplantem Mindestlohn

   DÜSSELDORF (Dow Jones)--Die Pin Group AG, einer der beiden Hauptkonkurrenten der Deutschen Post auf dem hiesigen Briefmarkt, hat noch einmal eindringlich vor dem sich abzeichnenden Mindestlohn für die Branche gewarnt. Sollte der nun angepasste Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt werden, werde jeder Wettbewerb im Postsektor im Keim erstickt und damit die anstehende volle Marktöffnung ad absurdum geführt, sagte der Vorstandsvorsitzende der Springer-Tochter, Günter Thiel, am Freitag der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires.

   Der zwischen der Gewerkschaft ver.di und einem von der Deutschen Post dominierten Arbeitgeberverband geschlossene Tarifvertrag diene allein dem Ex-Monopolisten und schalte die Wettbewerber aus. Diese könnten sich die auf "europäischem Rekordniveau" liegenden Lohnuntergrenzen zwischen 8 EUR und 9,80 EUR noch nicht leisten. Deswegen drohten Investitionen in Milliardenhöhe und Tausende von Arbeitsplätzen bei den privaten Briefdienstleistern verlorenzugehen, sagte Thiel.

   Das ist nach den Worten des Managers letztlich ein "gesellschaftspolitisches Desaster", denn vor allem Geringqualifizierte und ehemalige Langzeitarbeitslose, die bei den alternativen Anbietern Beschäftigung fänden, würden zulasten der Staatskassen wieder in die Arbeitslosigkeit geschickt. Bei der Post hingegen betreffe der Tarifvertrag lediglich 4.500 Mitarbeiter; alle anderen fielen unter den Haustarifvertrag des Bonner Konzerns.

   "Selbst die neuerliche Einschränkung, dass der Tarifvertrag nicht für Gelegenheitszusteller gelten soll, kommt letztlich nur der Deutschen Post zugute, die ihren Subunternehmern weiterhin Niedrigstlöhne zahlen kann", sagte Thiel. Diese Löhne lägen weit unter denen der privaten Briefdienstleister, fügte er unter Verweis auf Studien der Bundesnetzagentur und des ARD-Magazins "FAKT" hinzu.

   Ver.di und der Post-nahe Arbeitgeberverband Postdienste hatten am Donnerstag den Geltungsbereich für ihren Tarifvertrag enger gefasst und damit Bedenken des Koalitionspartners CDU/CSU beseite geräumt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der SPD-Vorsitzende Kurt Beck signalisierten daraufhin, dass einer Aufnahme der Postbranche ins Arbeitnehmer-Entsendegesetz damit nichts mehr im Weg stehe. Das wäre die Voraussetzung, um den vereinbarten Mindestlohn für allgemeinverbindlich zu erklären.

Webseite: http://www.pin-group.de http://www.verdi.de http://deutschepost.de -Von Stefan Paul Mechnig, Dow Jones Newswires, ++ 49 (0) 211 - 13 87 213, TMT.de@dowjones.com DJG/stm/brb (END) Dow Jones Newswires

   November 30, 2007 04:35 ET (09:35 GMT)

   Copyright (c) 2007 Dow Jones & Company, Inc.- - 04 35 AM EST 11-30-07



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