25.07.2008 15:12
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Presse: Air Berlin schaltet Börsenaufsicht gegen Dresdner Bank ein

Berlin (aktiencheck.de AG) - Die Fluglinie Air Berlin plc (ISIN GB00B128C026/ WKN AB1000) hat einem Pressebericht zufolge die Börsenaufsicht BaFin um Untersuchung einer möglichen Marktmanipulation und von Insidergeschäften durch die Dresdner Bank gebeten.

Laut einem Bericht der "WirtschaftsWoche" vom Freitag behält sich der im SDAX notierte Luftfahrtkonzern nach Aussage eines Sprechers auch zivilrechtliche Schritte gegen die zum Allfinanzkonzern Allianz SE (ISIN DE0008404005/ WKN 840400) gehörende Tochter vor. Hintergrund ist eine am 17. Juli dieses Jahres publizierte Analyse der Dresdner Bank, in der für die Aktie von Air Berlin ein Kursziel von null Euro genannt wurde. Kurz davor und danach habe die Dresdner Bank in großem Stil mit Air Berlin-Aktien gehandelt, so der Vorwurf der Fluglinie.

"So ein Bericht ist hochgradig geschäftsschädigend. Und es ist schon erstaunlich, dass die Bank nach diesem Analystenbericht an der Börse als größter Händler auftritt - mit 50 Prozent und mehr des Tagesvolumens", sagte Air Berlin-Chef Joachim Hunold der "WirtschaftsWoche". Im Brief an die BaFin sieht Hunold "das Verhalten der Dresdner Bank AG und ihrer Tochtergesellschaften in mehrfacher Hinsicht aufsichtsrechtlich und möglicherweise auch strafrechtlich relevant" an. Zum einen könne es zu verbotenen Insider-Geschäften gekommen sein: "Die Kursbewegungen im Umfeld der Veröffentlichung des Berichts waren von Anfang an auffällig." Zum anderen hätten die Analysten der Bank ihre Sorgfaltspflichten verletzt, denn der Bericht sei "an zahlreichen Stellen falsch, missverständlich und falsch gewichtet. Sowohl dem Kapitalmarkt als auch der Air Berlin plc als Emittentin ist dadurch schwerer Schaden zugefügt worden."

Air Berlin hatte der Dresdner Bank bis heute Morgen in einem Ultimatum Zeit für eine Stellungnahme gegeben. Die Bank habe allerdings "nicht befriedigend" geantwortet, sagte ein Air Berlin-Sprecher. Daher sei die BaFin um Untersuchung gebeten worden. Der Vorstand der Dresdner Bank habe lediglich "einen Vermerk der Dresdner Kleinwort Securities Ltd. übersandt, in welchem diese den Bericht vollumfänglich verteidigt und an ihm festhält", heißt es im Schreiben von Air Berlin an die BaFin, das dem Wirtschaftsmagazin vorliegt.

Die Aktie von Air Berlin notierte zuletzt mit einem Plus von 0,29 Prozent bei 3,44 Euro. (25.07.2008/ac/n/a)

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