07.04.2008 09:35
Drucken |

Schrift:

Presse: HUGO BOSS soll stärker als der Markt wachsen

Metzingen (aktiencheck.de AG) - Der Modekonzern HUGO BOSS AG (ISIN DE0005245534/ WKN 524553) soll nach dem Willen seines Mehrheitsaktionärs künftig stärker wachsen als der Markt. Gleichzeitig bekräftigte der Finanzinvestor sein langfristiges Engagement beim Metzinger Traditionsunternehmen.

"Wir verfolgen einen evolutionären Kurs und unterstützen die Wachstumsstrategie des Vorstandsteams. Es gibt noch große Potenziale in Asien, bei der Damenmode und den eigenen Shops. Wir orientieren uns an Wettbewerbern wie Buberry oder Ralph Lauren", erklärte Martin Weckwerth, Vertreter des Investors Permira im Aufsichtsrat des im MDAX notierten Konzerns gegenüber der "WirtschaftsWoche". Ziel sei es, "stärker als der Modemarkt, der jährlich 7 bis 8 Prozent zulegt, zu wachsen". Gleichzeitig bekräftigte der Permira-Vertreter das langfristig ausgelegte Interesse des Finanzinvestors an der HUGO BOSS-Beteiligung: Demnach will der derzeitige Mehrheitsaktionär wenigstens "vier bis fünf Jahre an Bord bleiben" und in dieser Zeit "mehr investieren als je zuvor in der Unternehmensgeschichte".

Den überraschenden Abgang des Vorstandschefs Bruno Sälzer begründete Weckwerth gegenüber der "WirtschaftsWoche" mit einer grundsätzlich anderen Auffassung von Geschäftspolitik. Auch der Weggang von Boss-Aufsichtsratschef Guiseppe Vita steht laut Weckwerth nicht im Zusammenhang mit der geplanten umstrittenen Ausschüttung einer Sonderdividende in Höhe von 450 Mio. Euro. "Guiseppe Vita hat ein weiteres Mandat bei einer italienischen Bank angenommen. Er hatte schon vor Monaten signalisiert, das Amt niederlegen zu wollen."

Obwohl Permira 88 Prozent der Stimmrechte hält, betont Weckwerth: "Auch die anderen Aktionäre profitieren. Von der Dividende gehen 250 Mio. Euro an die Valentino Fashion Group für die Tilgung eines Kredits." Gemeint ist ein 2,4 Mrd-Euro-Kredit für die Übernahme der Boss-Mutter-Valentino. Es gehe dabei nicht darum, wiegelt Weckwerth ab, "unseren Investoren eine schnelle Rückzahlung zu bescheren, sondern einen Teil der Finanzierung zurückzuführen". Laut Weckwerth hat Permira gemeinsam mit Partnern rund 1,5 Mrd. Euro investiert: "Das ist eine solide Finanzierung. Zu den Partnern gehört unter anderem die Marzotto-Familie." Marzotto hatte früher die Valentino-Fashion-Group kontrolliert. Dass Boss sich selbst noch eine Kreditlinie über 750 Mio. Euro gesichert hat, begründet Weckwerth zum einen mit der geplanten Akquisition, zum anderen garantiere der Kredit die finanzielle Flexibilität des Unternehmens.

Dass davon eine weitere Sonderausschüttung finanziert werden soll, weist Weckwerth im WirtschaftsWoche-Gespräch zurück: "Es geht vor allem um den möglichen Kauf einer Modemarke. Banken stellen eine Kreditlinie in dieser Höhe in der Regel zweckgebunden. Und um es ganz klar zu sagen: Unsere Finanzierung steht auch ohne etwaige Sonderausschüttungen."

Die Aktie von HUGO BOSS notiert aktuell mit einem Plus von 1,90 Prozent bei 35,35 Euro. (07.04.2008/ac/n/d)

Aktien in diesem Artikel

Die Bundesregierung will den Kauf von stromsparenden Haushaltsgeräten mit einer Prämie von 150 Euro fördern (“Kühlschrank-Bonus)”. Würden Sie sich deswegen ein Neugerät anschaffen?
Ja
Nein
Vielleicht




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige