Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Der Chef des Konsumgüterherstellers Henkel KGaA (ISIN DE0006048432/ WKN 604843), Kasper Rorsted, hat in einem Zeitungsinterview die Notwendigkeit zur Schließung des Werks in Genthin bekräftigt.
"Mit den Zahlen, die unserer Planung zugrunde liegen, ist die Entscheidung zum Standort Genthin nicht verhandelbar", erklärte der Manager gegenüber dem Wirtschaftsmagazin "Capital". Am Montag hatten Mitarbeiter vor der Düsseldorfer Konzernzentrale des im DAX30 notierten Konzerns demonstriert. Das Werk in Genthin zu schließen sei eine "extrem schwierige Entscheidung" gewesen, weil sie die Region Sachsen-Anhalt sehr trifft. "Aber wirtschaftlich geht aus unserer Sicht kein Weg daran vorbei", sagte Henkel-Chef gegenüber dem Wirtschaftsmagazin. Henkel will die seit 1921 bestehende Niederlassung bis zum 1. Januar 2010 aufgeben und die dortige Produktion des Flüssigwaschmittels Spee nach Düsseldorf verlagern. "Die Transportkosten für den Standort sind mittlerweile fast so hoch wie die Herstellungskosten, das rechnet sich nicht mehr." Ein externer Wirtschaftsprüfer analysiert im Auftrag des Henkel-Betriebsrats nun die Fakten. Rorsted: "Mit den Zahlen, die unserer Planung zugrunde liegen, ist die Entscheidung zum Standort Genthin nicht verhandelbar."
Der Manager stellte gegenüber dem Magazin weitere Werksschließungen in Aussicht: "Wir gehen davon aus, dass die Zahl weltweit zweistellig sein wird", wird Rorsted zitiert. An betroffenen Standorten liefen derzeit die Verhandlungen, sagte der Henkel-Chef, ohne einzelne Werke zu nennen. Insgesamt will Henkel weltweit 3.000 Stellen einsparen, ein Drittel davon in Deutschland. Neben den 240 Genthiner Mitarbeitern sind vor allem 500 Henkel-Kollegen am Sitz der Konzernzentrale in Düsseldorf Holthausen betroffen.
Die Aktie von Henkel notiert aktuell mit einem Minus von 1,51 Prozent bei 27,35 Euro. (18.08.2008/ac/n/d)