07.07.2008 16:51
Drucken |

Schrift:

Presse: Missstände bei Deichmann-Lieferant in Kambodscha

        ESSEN/MAINZ (dpa-AFX) - Ein Großlieferant des Essener Schuhkonzerns Deichmann produziert nach Recherchen des ARD-Politikmagazins "Report Mainz" in Kambodscha unter unhaltbaren und für die Mitarbeiter gesundheitsgefährdenden Bedingungen. In der Fabrik Shoes Premier in Phnom Penh, die jährlich 2,5 Millionen Paar Deichmannschuhe liefere, würden Mitarbeiter zu täglichen Überstunden gezwungen. Gesetzlich vorgeschriebene Schutzmasken gegen Lösemitteldämpfe würden ihnen verweigert, berichtet das Magazin in seiner aktuellen Ausgabe (Montag, 21.45 Uhr). Wer sein Pensum nicht erfülle, müsse stundenlang mit den Händen auf dem Rücken vor einer Wand als "firmeninternem Pranger" stehen.

    Ein Firmensprecher sagte, Deichmann sei erst vor wenigen Tagen durch ein Schreiben einer lokalen kambodschanischen Gewerkschaft über Missstände informiert worden. Seitdem bemühe sich das Unternehmen intensiv um Aufklärung. Von der Fabrik, die außer Deichmann auch andere Schuhfirmen beliefert, und von Gewerkschaftsvertreter vor Ort gebe es aber völlig widersprüchliche Auskünfte. Deichmann habe deshalb noch am Wochenende einen deutschen Mitarbeiter nach Phnom Penh entsandt, der den Vorwürfen nachgehen und Missstände abstellen soll. Verstöße gegen Arbeitnehmerrechte würden auf keinen Fall geduldet. Derzeit könne Deichmann den Wahrheitsgehalt der Vorwürfe aber nicht beurteilen. In der kambodschanischen Fabrik arbeiten rund 3000 Menschen./rs/DP/stw

Kommentare zu diesem Artikel

Geben Sie jetzt einen Kommentar zu diesem Artikel ab.
Wie beurteilen Sie die Leistung von Bundeskanzlerin Merkel und Finanzminister Steinbrück in der aktuellen Finanzkrise?
Sehr gut
Gut
Zufriedenstellend
Ausreichend
Mangelhaft
Ungenügend




Wie bewerten Sie diese Seite?   sehr gut        schlecht
 

Anzeige

Anzeige