Wolfsburg (aktiencheck.de AG) - Der Sportwagenhersteller Porsche Automobil Holding SE (ISIN DE000PAH0038/ WKN PAH003) plant nach der Übernahme des Wolfsburger Autobauers Volkswagen AG (ISIN DE0007664005/ WKN 766400) die Umsetzung eines neuen Führungsmodells.
"Ich arbeite derzeit mit meinem Finanzkollegen bei VW an einem gemeinsamen Papier zum künftigen Führungsmodell, das wir mit den Vorständen von VW und Porsche diskutieren werden", sagte Porsche-Finanzchef Holger Härter dem "Handelsblatt". "Ich bin davon überzeugt, dass wir eine einvernehmliche Lösung finden werden, wie wir die beiden Unternehmen künftig führen werden. Dieses Modell werden wir voraussichtlich noch dieses Jahr verabschieden." Dabei signalisierte Porsche laut dem Bericht erstmals die seine Bereitschaft, das VW-Management in den Vorstand der Porsche SE mit einzubeziehen. "Ich gehe davon aus, dass langfristig auch Vertreter von Volkswagen in den Vorstand der Porsche SE einrücken werden", sagte der Porsche-Finanzchef.
Mit dem neuen Führungsmodell komme Porsche auch einer Forderung von VW-Chef Martin Winterkorn nach, der zuletzt Klarheit in dieser Frage angemahnt hatte, schreibt die Wirtschaftszeitung. Der Sportwagenbauer hatte jüngst bereits seine VW-Beteilung auf gut 35 Prozent erhöht und brachte den Wolfsburger Konzern damit faktisch unter seine Kontrolle. Seither ist VW eine Tochterfirma der Porsche-Holding, unter deren Dach das Fahrzeuggeschäft von Porsche wie auch die Beteiligung an VW geführt werden. Die Stuttgarter haben bereits ein großes Wirtschaftsprüferteam nach Wolfsburg entsandt, um eine Übernahmebilanz zu erstellen. Porsche will seinen VW-Anteil im November auf über 50 Prozent erhöhen.
Die Aktie von Volkswagen notierte zuletzt bei 277,80 Euro. (06.10.2008/ac/n/d)