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Prof. Otte-Kolumne: Berkshire, Berkshire, Berkshire!
Zunächst einmal – Berkshire ist nach meiner Rechnung immer noch unterbewertet, wenn auch nicht deutlich. Damit eignet sich die Aktie weiterhin als Langfristinvestment, wenn auch 89.279 Euro für die A-Aktie (WKN: 854075) und 2882 Euro für die B-Aktie (WKN: 900567) kein Pappenstiel sind. Was viele Anleger vergessen: Der Kurs einer Aktie ist völlig egal. Es kommt darauf an, wie viel "Unternehmen" man für seinen Kaufpreis bekommt. Und im Falle der A- und B-Aktien ist der Berkshire-Kuchen eben in weniger Stück geschnitten worden, als es bei "billigeren" Aktien der Fall wäre.
Mit Berkshire passierte nun genau das, was ich auch für die Aktien von Nestlé (WKN: 887208) und Procter & Gamble (WKN: 852062) prognostiziert hatte: Sie stiegen in der Krise. Nestlé und Procter & Gamble sind zwei der sichersten Unternehmen der Welt. Zudem sind sie nicht zu teuer. Es ist also leicht zu erklären, dass Kapital in der Krise diesen Weg geht.
Berkshire hat viele solide Markenartikler im Depot (zum Beispiel fast sieben Prozent von Procter & Gamble) oder als komplette Unternehmensbeteiligung (etwa Sees Candy). Allerdings betreibt Berkshire mit dem Versicherungs- und insbesondere dem Rückversicherungsgeschäft auch riskantere Geschäftsbereiche. Warum also derselbe Anstieg wie bei den reinrassigen Markenartiklern?
Buffett sitzt auf nahezu 50 Milliarden Dollar Liquidität. Das Gesamtvermögen von Berkshire ist mittlerweile auf über 200 Milliarden Dollar angewachsen. Buffett muss also eine Milliarde auf einen Schlag investieren, damit er nur ein Prozent der Berkshire-Aktiva unterbringt. Deswegen kaufte er auch seit den späten 90er Jahren gerne und überwiegende ganze Unternehmen, lange bevor der "Private-Equity"-Boom Fahrt aufnahm. Aber auch das ist in den letzten Jahren viel schwieriger geworden, weil viele anderen Private-Equity-Gesellschaften bereit sind, viel höhere Preise zu bezahlen.
In der Krise hingegen wird sich Buffetts Genie zeigen. Er wird blitzschnell zuschlagen, wenn sich eine Möglichkeit bietet – genauso, wie er 2002 Junk Bonds von großen Technologieunternehmen gekauft hat, die keiner haben wollte. (Und schnell mal ein paar Milliarden einstrich.)
Berkshire bleibt also ein Investment für die Krise. Zudem ist das Unternehmen – unbeachtet von der Öffentlichkeit – eines der am schnellsten wachsenden Großunternehmen der Welt. Es ist also nicht zu spät.
Auf gute Investments, Ihr Prof. Dr. Max Otte
Prof. Dr. Max Otte ist Herausgeber des PRIVATINVESTOR (www.privatinvestor.de) und Geschäftsführender Gesellschafter der IFVE Institut für Vermögensentwicklung GmbH. Ziel des Instituts ist die Aktienanalyse und die Entwicklung von Aktienstrategien für Privatanleger.
Der obige Text spiegelt die Meinung des jeweiligen Kolumnisten wider. Die Smarthouse Media GmbH übernimmt für dessen Richtigkeit keine Verantwortung und schließt jegliche Regressansprüche aus.
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