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Qimonda verschärft Sparkurs nach abermaligem Millionenverlust
Qimonda leidet seit mehr als einem Jahr unter den drastisch gefallenen Preisen für Speicherchips (DRAM). Im zweiten Geschäftsquartal von Januar bis März fiel unterm Strich ein Verlust von 482 Millionen Euro an. Damit konnte das Unternehmen zwar augenscheinlich gegenüber dem Vorquartal das Minus von damals 598 Millionen Euro eindämmen. Sonderaufwendungen herausgerechnet trat Qimonda aber fast auf der Stelle. Dagegen hatten Analysten damit gerechnet, dass sich durch bereits angelaufene Sparmaßnahmen der Verlust merklich reduziert. "Wir befinden uns immer noch in einem extrem schwierigen Marktumfeld", begründete Konzernchef Kin Wah Loh das Abschneiden.
ABSCHREIBUNGEN BELASTEN
Zu dem Verlust trug eine Abschreibung auf den Firmenwert von 61 Millionen Euro bei; damit hat Qimonda seinen Goodwill angesichts der schwierigen Marktlage auf Null gesenkt. Im Vorquartal hatten vor allem Abschreibungen auf Lagerbestände das Ergebnis mit insgesamt 155 Millionen Euro belastet. Der Umsatz sank angesichts eines weiter schwachen Dollars und abermals rückläufiger Speicherchip-Preise von 513 auf 412 Millionen Euro.
Nachdem das Management bereits seine Investitionen in Forschung und Entwicklung gedrosselt und geplante Fabrik-Neubauten auf Eis gelegt hat, kürzt es jetzt Stellen. Zehn Prozent der 13.500 Mitarbeiter sollen gehen. In welchen Ländern und Bereichen Arbeitsplätze wegfallen, steht noch nicht fest. "Die Gespräche mit dem Betriebsrat laufen gerade an", sagte ein Unternehmenssprecher.
AUSSTIEG AUS FLASH-SPEICHER
Um zusätzlich Geld zu sparen, steigt Qimonda aus der Entwicklung von Flash-Speicher aus und beschränkt sich hier auf die Grundlagenforschung. Die eigentlich auf fünf Jahre geschlossene Partnerschaft mit dem taiwanischen Wettbewerber Macronix kündigten die Münchener auf. Qimonda war erst Anfang vergangenen Jahres wieder in die Flash-Entwicklung eingestiegen und hatte sich damit ein zweites Standbein neben den DRAM schaffen wollen. Flash-Speicher wird unter anderem in Digitalkameras zur dauerhaften Sicherung von Daten eingesetzt; DRAM wird dagegen vor allem als Arbeitsspeicher in Computern eingesetzt.
Qimonda geht davon aus, dass die Speicherchip-Preise wieder steigen werden. Erste Anzeichen am Markt sprechen für diese Einschätzung. Bis eine Besserung eintritt, drosselt das Unternehmen seine Fertigung vor allem durch eine geringere Abnahme bei Partnerunternehmen. Den Bit-Ausstoß im laufenden dritten Geschäftsquartal soll dadurch verglichen zum zweiten Quartal um einen hohen einstelligen Prozentsatz zurückgehen. Im Gesamtjahr schraubte das Unternehmen seine Produktionsprognose von plus 30 bis 40 Prozent auf plus 20 bis 30 Prozent herunter.
INFINEON BEREITET TRENNUNG VOR
Kurz vor Bekanntgabe der Zwischenbilanz hatte der Mutterkonzern Infineon die angekündigte Trennung angestoßen. Die Mutter führt die Tochter nur noch als "nicht fortgeführtes Geschäft". Das führt zu einem Abschreibungsbedarf von 1 Milliarde Euro bei Infineon. Die Mutter hatte die Tochter noch zu 12 Dollar je Aktie in den Büchern stehen; zuletzt stand der Kurs bei 3,62 Dollar. Noch hält Infineon 77,5 Prozent an Qimonda. Bis zur Hauptversammlung soll der Anteil auf unter 50 Prozent fallen. Findet sich kein Käufer, will Infineon seine Beteiligung als Sachdividende an die Aktionäre verschenken oder gegen eigene Aktien eintauschen. Die Infineon-Aktie sank im frühen Handel in einem leicht schwachen Marktumfeld um 1,39 Prozent auf 4,95 Euro./das/sc/tw
| 17.07.2008 | Infineon buy | Jefferies & Company Inc. | |
| 07.07.2008 | Infineon buy | UBS AG | |
| 03.07.2008 | Infineon buy | SEB AG | |
| 03.07.2008 | Infineon kaufen | Independent Research GmbH | |
| 01.07.2008 | Infineon underperform | Exane-BNP Paribas SA |
Aktien in diesem Artikel
| Infineon Technologies | 4,8 | -3,8% | |
| Qimonda | 1,4 | -5,6% |
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